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Bewährte Zusammenarbeit

Fachtag im Landratsamt zum Thema Soziale Netzwerke

Beim Fachtag von Kreis Groß-Gerau und LIGA der freien Wohlfahrtspflege zum Thema Soziale Netzwerke kamen sie noch einmal zusammen: Mathias Conrad, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Groß-Gerau, Christiane Leonhardt-Iҫten, Caritas-Direktorin Offenbach, Lucian Lazar, LIGA-Vorsitzender und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Groß-Gerau/Rüsselsheim, die scheidende Fachbereichsleiterin Ulrike Cramer, die die Veranstaltung moderierte, Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (von links). Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Die Sozialen Netzwerke im Kreis Groß-Gerau standen im Mittelpunkt der jüngsten Fachtagung des Fachbereichs Soziale Sicherung der Kreisverwaltung und der LIGA der freien Wohlfahrtspflege. Landrat Thomas Will begrüßte die rund 100 Gäste am vergangenen Donnerstag im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts. „Schon im Jahr 2002 wurde zwischen der LIGA und dem Kreis ein Grundsatzpapier verabschiedet, das die partizipative Zusammenarbeit bei der Wahrnehmung sozialpolitischer Aufgaben beschreibt. Dies und die Vielfalt der Netzwerke bei uns beweisen, dass wir im Kreis nie gegeneinander, sondern miteinander arbeiten“, sagte der Landrat. Dabei würden die Konzepte, falls nötig, immer wieder der Realität angepasst. 

Zu den zahlreichen sozialpolitischen Netzwerken im Zusammenhang mit den gesetzlichen Aufgaben von Sozialhilfe, Jugendhilfe und Schulträgerschaft zählen zum Beispiel das Netzwerk Frühe Hilfen, dasjenige gegen Gewalt sowie das Netzwerk Jugendarbeit/Jugendbildung. Weitere Beispiele sind das Netzwerk Bildung und das Netzwerk Arbeit. 

„Die Netzwerkarbeit ist ganz eng mit dem Wirken von Ulrike Cramer verbunden, die sich vier Jahrzehnte lang für die Menschen im Kreis eingesetzt hat“, betonte Thomas Will. So war dies auch das passende Thema für den Abschied: Denn die Fachbereichsleiterin Soziale Sicherung sowie Familie und Jugend Ulrike Cramer geht nun in den Ruhestand. Sie hinterlässt ihren Nachfolgern Oliver Hegemann und Christine Plenzig ein bestelltes Feld. Dass die Arbeit in bewährter Form weitergehen kann, dafür sorgen unter anderem die Integrationsbeauftragte des Kreises Sedef Yildiz und die Ehrenamtsbeauftragte Barbara Weber, die sich um die Netzwerke Integrationsmanagement und Engagementförderung kümmern und beim Fachtag deren Strukturen erläuterten.

Ulrike Cramer betonte die Komplexität der Strukturen, die Chance und Herausforderung zugleich seien. LIGA-Vorsitzender Lucian Lazar sagte: „Nur in einer gemeinsam abgestimmten Strategie finden wir als sozialpolitisch Verantwortliche Lösungen in komplizierten Problemlagen.“ 

Professor Dr. Peter Löcherbach von der Katholischen Hochschule Mainz machte in einem unterhaltsamen Vortrag deutlich, worauf es beim Netzwerken ankommt – und dass die Zusammenarbeit von Kreisverwaltung, LIGA, Kommunen, Politik, Ehrenamt und anderen in seinen Augen bereits die allermeisten Anforderungen gut erfüllt. Wichtig im Blick zu behalten ist laut Löcherbach zum Beispiel Folgendes: Wird ein Netzwerk gelebt oder ist es ein Papiertiger? Findet eine kontinuierliche gegenseitige Beeinflussung und Befruchtung statt? Arbeiten die Gruppe am selben Ziel, dem „verbindenden Dritten“? Geht es dabei vertrauensvoll und wertschätzend zu? Was tun die Menschen in den Netzwerken für die nicht zu vernachlässigende Selbstpflege? „Netzwerke sind atmende Gebilde“, so der Professor, „ihre Dynamik sollte man nicht unterschätzen“.   

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