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„Baustein für demokratisches Handeln“

Will und Astheimer unterzeichnen EU-Charta zur Gleichstellung

Mehr als ein symbolischer Akt: Landrat Thomas Will (rechts) und der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer (links) haben mit der internen Frauenbeauftragten des Kreises, Daniela Kolb, der externen Frauenbeauftragten Judith Kolbe und der KVHS-Fachbereichsleiterin Bettina Krauß die „EU-Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ unterzeichnet.

KREIS GROSS-GERAU – Landrat Thomas Will und der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer haben am Internationalen Frauentag die „EU-Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ unterzeichnet. Ort der kleinen Feier war das Foyer der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau. Dort diskutierten die beiden Politiker mit dem Büro für Frauen und Chancengleichheit und den Gästen über Gleichstellung, Grundwerte der Demokratie – und wie man diese Themen in den Alltag integrieren könnte. 

Das Büro für Frauen und Chancengleichheit des Kreises Groß-Gerau hatte zusammen mit dem Fachbereich Politische Bildung der Kreisvolkshochschule diesen Abend organisiert. Auch wenn in der Kreisverwaltung heute schon viele Frauen auf der Ebene der Fachbereiche in Leitungspositionen vertreten seien, gebe es in Sachen Gleichstellung noch viel zu tun, sagte Will. Fehlende Chancengleichheit sei ein strukturelles Problem, kein gefühltes Phänomen, sondern eine Tatsache, die klar benannt werden müsse. „Frauen genießen in der Praxis nicht dieselben Rechte“, sagte der Landrat.  

Die Charta sei ein wichtiger Baustein für demokratisches und persönliches Handeln, sagte Will. Da helfe es wenig, einen Feiertag am 8. März festzulegen. „In der Praxis verändern Feiertage wenig. Eigentlich müsste doch 365 Tage im Jahr an die Belange der Frauen gedacht werden, nicht nur an so einem Feiertag, wie jetzt in Berlin eingeführt“, sagte Thomas Will, „Natürlich könnten Feiertage genutzt werden, um über Dinge nachzudenken, die im Argen liegen.“ Die interne Frauenbeauftragte des Kreises, Daniela Kolb, betonte die Vorbildfunktion der Kreisverwaltung als Arbeitgeber. „Wenn er die Gleichstellung im Haus fördert, setzt er auch ein Signal nach draußen für Firmen und Institutionen, es ihm gleichzutun.“ „Für das Thema setzen wir uns schon sehr lange ein. Es ist gut, dass wir mit Hilfe der Politik nun noch mehr Aufmerksamkeit bekommen“, sagte Judith Kolbe, externe Frauenbeauftragte des Kreises Groß-Gerau.    

Die Unterzeichnung der EU-Charta war auch Ausgangspunkt für die Fragen, die zwei Dialogmoderatorinnen aus dem KVHS-Projekt „Demokratie erleben“ nach der Rede des Landrats formulierten: Wie geht es denn nach der Unterzeichnung der Charta weiter? Welche Dinge müssen sich verändern? Wo liegen Schwierigkeiten bei der Umsetzung im Alltag? 

Dazu wurde auch das Publikum befragt, es bekam Raum, sich zur Rolle von Frauen im öffentlichen Raum zu äußern. Für diesen Zweck standen Mikrofon und Kamera in einem Nebenraum bereit. Einige Frauen nahmen das Angebot, ihre Meinung detailliert darzulegen, gerne an. Die Projektgruppe der Kreisvolkshochschule wird dieses Material aufbereiten, sich damit auseinandersetzen und es zu einem Film zusammenbringen – der soll dann wiederum als Ausgangsbasis für weitere Diskussionen dienen. 

Denn auch im Projekt „Demokratie erleben“ geht es um Grundrechte, wie sie in der Charta formuliert sind: „Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Grundrecht aller Menschen sowie ein Grundwert jeder Demokratie.“ Eröffnet wurde an diesem Abend auch die Wanderausstellung „Mir koche vor Wut“ über das politische Engagement der Frauen im Kreis Groß-Gerau mit über 19 Roll-Ups, die das Büro für Frauen und Gleichstellung in mühevoller Arbeit recherchiert hatte.  Die Ausstellung ist noch bis 29. März im Foyer der KVHS Groß-Gerau im Schloss Dornberg in Groß-Gerau zu sehen.   

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