Nachrichten_Einzelansicht

Autor liest aus „Muslimaniac“

Tag gegen antimuslimischen Rassismus: Ozan Zakariya Keskinkılıç zu Gast

Porträtfoto von Ozan Zakariya Keskinkılıç Foto: Meltem Kaya

KREIS GROSS-GERAU – Am 1. Juli 2009 wurde die damals schwangere Marwa El Sherbini im Dresdner Landgericht vor den Augen ihres Sohnes und ihres Mannes von einem Rassisten mit 18 Messerstichen ermordet. Die aus Ägypten stammende Frau sollte an diesem Tag gegen den Mann aussagen, der sie mehrfach rassistisch beleidigt hatte. Der 1. Juli gilt seitdem als Tag gegen antimuslimischen Rassismus und würdigt alle Muslim*innen, die wegen ihres Glaubens bedroht, beleidigt oder getötet wurden. Und auch heute ist antimuslimischer Rassismus in unserer Gesellschaft noch allgegenwärtig. 

Im Rahmen des Gedenktags gegen antimuslimischen Rassismus veranstaltet daher das Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis Groß-Gerau am Mittwoch, 29. Juni 2022, eine Lesung mit dem Autor Ozan Zakariya Keskinkılıç. In seinem Buch „Muslimaniac – Die Karriere eines Feindbildes“ erzählt Keskinkılıç brillant und bissig von einer konsequenten Verfremdung und bahnt einen Weg der Annäherung. Die Körber-Stiftung, zu deren Publikationen das Werk Keskinkılıçs „Muslimaniac“ zählt, beschreibt den Buchinhalt weiter: Wer denkt, aus „Ausländern“ könnten je „richtige Deutsche“ werden, irrt sich gewaltig. Es reicht nie, ist die Erfahrung hier lebender Muslime. Egal, ob man in Deutschland geboren wurde und sich überhaupt in jeder Hinsicht integriert: Muslim bleibt immer Muslim – fremd, gefährlich, rückständig. Und als Muslimin ist man entweder unterdrücktes Opfer oder erotische Projektionsfläche. „Diese Zuschreibungen sind weit älter als die gegenwärtigen angeblich islamkritischen Debatten. Als Orientalika bezeichnet Keskinkılıç solche Gegenstände, Symbole und Sprachspuren, in denen die hartnäckigen Klischees von Orient und Okzident sich spiegeln. Indem er sie mit aktuellen Entwicklungen und eigenen Erfahrungen verknüpft, seziert Keskinkılıç die Fixierung auf ,den Islam‘ als zentrales Feindbild der Gesellschaft.“ 

Die Lesung beginnt am Mittwoch, 29. Juni, um 19 Uhr im Kulturcafé-Saal in der Darmstädter Straße 31 in Groß-Gerau. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen wird um Anmeldung unter 06152 989-772 oder per Mail an netzwerk-demokratie@kreisgg.de gebeten.  

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de