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Ausstellung zu Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme:

Zwischen Freiheit und Tyrannei

Streiflichter auf die Geschichte Europas: Landrat Thomas Will (links) eröffnete jetzt die Ausstellung „Jahrhundert der Extreme“ im Kreishaus Groß-Gerau. Mit auf dem Bild Nilüfer Kuş und Kirstin Keßler vom Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau.

KREIS GROSS-GERAU – „Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme“ - so lautet der Titel einer Ausstellung, die im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Landratsamt Groß-Gerau präsentiert wird. Das Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau hat die vom Institut für Zeitgeschichte, Deutschlandradio Kultur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konzipierte Ausstellung nach Groß-Gerau geholt. Landrat Thomas Will hat die Schau am Montag eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 20. April im Foyer des Landratsamts zu sehen.

Auf 26 Plakaten wird die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert als dramatische Geschichte zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur dargestellt. In Russland kommen Kommunisten, in Italien Faschisten an die Macht, in Ostmitteleuropa etablieren sich zum Teil autoritäre Regime. In Deutschland etablierten Nationalsozialisten ab 1933 ihre schreckliche Herrschaft. Zeitgleich wütete  in der ehemaligen Sowjetunion der Massenterror.

Fast 25 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg entfesselte Deutschland mit dem Einmarsch in Polen den Zweiten Weltkrieg, welcher im Osten zum Vernichtungskrieg und der systematischen Ermordung von Juden führte. Die darauffolgenden Diktaturen in Ostmitteleuropa nach 1945 und die Teilung Deutschlands, Europas und der Welt seien als Folgen des zweiten Weltkrieges einzuordnen. Während sich Westeuropa immer mehr liberalisierte und sich auf die Demokratie und Völkerverständigung fokussierte, blieb dieses Privileg dem Osten Europas weitere vier Jahrzehnte lang verwehrt.

1989 überwanden die ersten Länder in Ostmitteleuropa die Unterdrückung.  Erst nach dem Vertrag von Maastricht 1992 und der ersten Osterweiterung der EU im Jahr 2004 konnten die Völker und Staaten eine Lehre aus der Geschichte ziehen.

Die Ausstellung lädt zu einer historischen Reise ein und streift die Höhen und Tiefen der europäischen Vergangenheit. „Wer Lehren aus der Geschichte ziehen will, muss Zusammenhänge erkennen“, sagte jetzt Landrat Thomas Will. „Als aus der Geschichte Lernender und überzeugter Europäer sehe ich es auch als Aufgabe des Kreises an, politische Bildungsarbeit zu ermöglichen und Menschen zu mündigen Bürgern zu erziehen“, so Will: „Deshalb wünsche ich der Ausstellung viele und vor allem junge Besucherinnen und Besucher.“

Schulklassen können im Ausstellungszeitraum vom 19. März bis zum 20. April 2018 entweder während den regulären Öffnungszeiten oder nach Terminvereinbarung die Ausstellung besuchen. Für die Terminvereinbarung sollen sich Interessierte direkt an das Büro für Integration unter der Telefonnummer 06152 989-517 wenden.

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