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Ausstellung „Flüchtlinge in Trebur“ im Kreishaus eröffnet:

Ankunft, Alltag und Aufbruch

Berührende Geschichten, informative Fakten: Der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer hat die Ausstellung „Flüchtlinge in Trebur“ im Foyer des Kreishauses eröffnet. Mit dem auf dem Bild einige der Ausstellungsmacher/innen (von links): Manfred Nadler, Ehrenamtsbeauftragte Barbara Weber, Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, Kristine Nadler und Norbert Becker.

KREIS GROSS-GERAU – Sie haben ihre Rechte verloren, Gewalt erlebt, vermissen ihre zerstörte Heimat. Und sie wollen hier arbeiten, eine Ausbildung machen –in Frieden leben. Das „Soziale Netz Trebur“ hat auf zwölf Schautafeln Ankunft, Alltag und Aufbruch der Geflüchteten in der Gemeinde Trebur dokumentiert. Die Ausstellung, entstanden unter der Federführung von Kristine Nadler, ist bis zum 2. Februar 2018 im Foyer der Kreisverwaltung in Groß-Gerau zu sehen. 

Vertreter von Diakonie und Caritas hatten 2014 das „Soziale Netz Trebur“ um Hilfe bei der Betreuung der Geflüchteten gebeten. „Seitdem kümmern wir uns um die Menschen, geben Deutschunterricht, helfen beim Ausfüllen von Formularen und bei Behördengängen, gehen mit, wenn die Kinder eingeschult werden“, berichtet Kristine Nadler. Das alles wird beim Betrachten der Ausstellung lebendig: Thema der Schau ist die oft lebensgefährliche Flucht nach Europa ebenso wie das alltägliche Leben der Zugezogenen in Trebur.

Breiten Raum nehmen informative Texte ein. „Um Vorurteile auszuräumen, erklären wir, welche Leistungen den Asylbewerber/-innen zustehen, wer wie viel Geld bekommt, wie viele Geflüchtete in Trebur und insgesamt im Kreis Groß-Gerau leben“, so Nadler. Die Ausstellung, ergänzt der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer, vermittele ein sehr realistisches Bild vom Leben der Geflüchteten in Trebur. Exemplarisch könne man Familiengeschichten nachvollziehen. „Interessant wäre es, in drei Jahren noch einmal nachzufragen, was aus den Familien geworden ist“, so Astheimer.

„Es ist ein tolle Idee, die Geflüchteten, über die viele oft abschätzig reden, persönlich vorzustellen und deren Lebenswirklichkeit abzubilden“, betont Astheimer. Er dankte den „Machern“ der Ausstellung: Kristine und Manfred Nadler, Norbert Becker, Renate Danker, die mitgeholfen hat, die Geschichten zusammen zu tragen sowie Pedro Warnke, der die grafische Arbeit geleistet hat, ebenso der Ehrenamtsbeauftragten des Kreises, Barbara Weber für die Unterstützung. Die Ausstellung war im vergangenen Herbst in Trebur zu sehen.

„Der Kreis Groß-Gerau wird im Netzwerk der haupt- und nebenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer weiterhin alles dafür tun, dass sich die zugewanderten Menschen bei uns einleben“, sagt Astheimer. Er weist darauf hin, dass der Kreis den Kommunen in diesem Jahr drei Millionen Euro für Integrationsleistungen zur Verfügung stellt – drei Viertel davon sind für die Personalkosten in der Sozialbetreuung vorgesehen. „Die Integration kann nicht vom Staat allein gestaltet werden. Die Ausstellung macht deutlich, dass Integration ein Prozess ist, an dem sich möglichst viele Menschen beteiligen sollten“, so Astheimer.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zu besichtigen: Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr.

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