Nachrichten_Einzelansicht

„Ausbreitung des Virus stoppen“

Kreis verfügt Testpflicht für Besucher*innen in Alten- und Pflegeheimen

KREIS GROSS-GERAU – „Die Bewohner*innen unserer Alten- und Pflegeheime schützen, zugleich aber gerade an den Weihnachtstagen Besuch von Angehörigen oder Freunden ermöglichen – mit der neuen Regelung wollen wir im Corona-Hotspot Kreis Groß-Gerau gerade den alten und hilfsbedürftigen Menschen wieder mehr soziale Kontakte ermöglichen und gleichzeitig das Risiko einer Ansteckung verringern“: Mit diesen Worten haben der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer und Landrat Thomas Will eine Allgemeinverfügung begründet, die der Kreis am Donnerstag erlassen hat.  

Die Kernaussage der Verfügung lautet: Nur wer negativ auf das neuartige Coronavirus getestet ist, darf Angehörige im Heim im Kreis Groß-Gerau besuchen. Damit hofft der Kreis, der seit einigen Tagen in der höchsten Stufe des Eskalationskonzepts des Landes eingestuft ist und in diesem Zusammenhang unter anderem auch eine nächtliche Ausgangssperre verhängt hat, die weitere Ausbreitung des Virus in den Alten- und Pflegeheimen zu verhindern. Betreiber*innen und Leitungen sind nun verpflichtet, Besucher*innen entsprechend dem erstellten Testkonzept gemäß Coronavirus-Testverordnung des Bundes im Hinblick auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 oder eine Erkrankung an COVID-19 mittels PoC-Antigen-Test zu untersuchen.  

„Eine Untersuchung der Besucher*innen ist vor dem jeweiligen Besuch durchzuführen. Ein positiver Antigentest muss durch eine unmittelbar danach entnommene PCR-Untersuchung verifiziert oder entkräftet werden“, so Astheimer und Will. „Tests, die nicht selbst von der Einrichtung durchgeführt werden, können akzeptiert werden, wenn sie, belegt durch ärztliche Bescheinigung, nicht mehr als 48 Stunden vor dem geplanten Besuch durchgeführt wurden. Bei positivem Testergebnis eines PoC-Antigen-Tests kann die Einrichtung erst nach Entkräftung dieses Tests durch eine PCR-Untersuchung wieder betreten werden.“ Die Allgemeinverfügung, im Wortlaut mit Begründung veröffentlicht auf der Homepage des Kreises, tritt am morgigen Freitag, 18. Dezember 2020 in Kraft. Sie gilt vorerst bis zum 10. Januar 2021. Eine Verlängerung bleibt vorbehalten.  

In der Begründung heißt es weiter: „Die Anordnung entspricht der vom Land Hessen vorgegebenen Maßnahme in der Stufe 6 (schwarz) des Eskalationskonzeptes vom 16. Dezember 2020 und dient dem Schutz der in den genannten Einrichtungen lebenden, arbeitenden und besuchenden Personen, da gerade dort auch eine Vielzahl von Personen zusammenkommt, die naturgemäß nicht immer den notwendigen Abstand wahren können.“ Hintergrund ist das seit Wochen fast gleichbleibend hohe Infektionsgeschehen im Kreis. „Viele Menschen infizieren sich in den Alten- und Pflegeheimen und viele Menschen dort sind am und mit dem Virus bereits gestorben“, betonten Astheimer und Will. „Der Schutz der vulnerablen Gruppen muss eine zentrale Aufgabe bei der Bekämpfung der Pandemie sein.“  

„Das Risiko, dass durch Besucherinnen und Besucher Erreger in die Einrichtungen hineingetragen werden, muss minimiert werden, da sich die Erkrankung durch Kontakte der Bewohnerinnen und Bewohner untereinander und enge pflegerische Kontakte mit vielen Hand-zu-Handkontakten zwischen Pflegepersonal und Betreuten innerhalb der Einrichtung sehr wahrscheinlich ausbreitet, wenn der Erreger erst einmal in der Einrichtung angekommen ist“, so heißt es in der Begründung. Die Corona-Testverordnung des Bundes (Stand: 30. November 2020) gebe den Einrichtungen die Möglichkeit, ein abgestimmtes Testkonzept zu erstellen und die erbrachten Leistungen abzurechnen (§§ 4, 6 Abs. 3, 7 Abs. 2 Coronavirus-TestV).   Zudem wird diese Allgemeinverfügung wieder aufgehoben, sobald die Neuinfektion pro 100.000 Einwohner*innen innerhalb der vergangenen 7 Tage an 5 aufeinanderfolgenden Tagen unter 200 fällt.  

Der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer zur Lage in den Heimen: „Es ist extrem wichtig, dass wir, so lange es nur geht, in den Heimen und Einrichtungen soziale Kontakte durch Angehörige und Verwandte oder Bekannte ermöglichen. Nichts ist schlimmer, als krankheitsbedingt die letzten Tage des Lebens allein, isoliert von den Lieben verbringen zu müssen. Deshalb müssen wir alles tun, um zu verhindern, dass es zu weiteren Ausbrüchen in den Alten- und Pflegeheimen kommt.“ 

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de