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„Auch aus wenig viel gezaubert“

Astheimer gratulierte Erna und Otto Nerad zur Gnadenhochzeit

Herzlichen Glückwunsch: Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (links) gratulierte Erna und Otto Nerad aus Bischofsheim zur Gnadenhochzeit. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Das Eheversprechen gaben sich Erna und Otto Nerad aus Biebesheim vor genau 70 Jahren – und es hält bis heute: Am vergangenen Mittwoch feierte das Paar in Biebesheim im Kreise der Familie und mit Freunden und bei guter Gesundheit das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer war ebenfalls unter den Gratulanten: Er überreichte den Eheleuten einen bunten Strauß Frühlingsblumen, verbunden mit den Grüßen des Kreisausschusses und des gesamten Kreises.  

Dabei plauderten sie über vergangene Zeiten. Wer sieben Jahrzehnte gemeinsam verbrachte, weiß natürlich viel zu erzählen. Auch die leidvollen Erfahrungen, die der 95-jährige Otto und die 88-jährige Erna erlebten, kamen so zur Sprache. Eindrücke von Krieg und Vertreibung – der Jubilar hatte nach Krieg und russischer Gefangenschaft seine Heimat im Sudentenland und heutigen Tschechien verlassen müssen und war so schließlich nach Biebesheim gekommen. Ein Glück: 1946 lernten sich die beiden kennen. „Wir haben halt in derselben Straße gewohnt, so war das“, berichtete Erna Nerad lachend.  

Die Hochzeit drei Jahre später war dann das Paradebeispiel eines improvisierten Festes. Nichts Ungewöhnliches wohl in jenen Jahren: „Wir hatten kein Licht, also stellten die Eltern die Stall-Lampen vom Bauernhof auf den Wohnzimmerschrank“, sagte die Ehefrau. „Aus wenig haben wir viel gezaubert.“ Gewohnter Alltag trat ein paar Jahre später ein: Nach der Prüfung an der Finanzschule wurde Otto Nerad 1955 als Finanzbeamter am Finanzamt in Groß-Gerau angestellt. Genau 30 Jahre war er dort bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1985 tätig.  

Vielleicht hat ihm der Sport geholfen, so alt zu werden. Auf jeden Fall war der Jubilar in jungen Jahren ein begeisterter Ringer und später eine Stütze des heimischen Judo-Vereins. „Irgendwann war es mit dem Ringen zu viel“, sagt er. Den Judo-Verein, berichtet er, habe er sogar mitgegründet. Trotz des Alters bewältigen die beiden ihren Alltag noch sehr selbstbestimmt. Morgens und abends komme ein Pflegedienst zur Unterstützung ins Haus, erzählt die Tochter. „Und die Enkel schauen regelmäßig vorbei und erledigen für sie die schweren Einkäufe.“  

Zwei Kinder gehören zur Familie, drei Enkel und zwei Urenkel. Im Familienkreis konnte das Paar den Ehrentag gebührend feiern und sich zusammen an viele schöne Begebenheiten aus dem langen Leben erinnern.

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