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Astheimer verleiht Violinistin Carolin Grün den Kulturförderpreis:

„Musik macht mich glücklich“

Preiswürdig: Carolin Grün (Mitte) ist neue Trägerin des Kulturförderpreises, den der Kreis Groß-Gerau auslobt. Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (links) überreichte den Preis. Mit auf dem Bild sind die Jury-Mitglieder Mario Derra (zweiter von links), Heike Kar-cher (zweite von rechts) und Professor Wolfgang Schneider (rechts), der auch die Lauda-tio auf die Preisträgerin hielt. Bild: Kreisverwaltung Groß-Gerau

KREIS GROSS-GERAU – Der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer hat in einer Feierstunde im Georg-Büchner-Saal des Kreishauses der 15-jährigen Geigerin Carolin Grün den Kulturförderpreis des Kreises Groß-Gerau überreicht. „Ja, sie ist etwas Besonderes, sie hat etwas Besonderes, sie ist mehr als nur besonders musikalisch, sie ist in besonderer Weise der Musik verbunden, virtuos am Instrument, vor allem hat sie einen Willen zum Weiterkommen und übt und übt und übt“, sagte Professor Wolfgang Schneider in der Laudatio über die Schülerin aus Biebesheim. 

Mit dem Kulturförderpreis, der im Wechsel mit dem Kulturpreis verliehen wird, ehrt der Kreis Groß-Gerau Personen „mit außerordentlichen künstlerischen Begabungen, die noch in der Ausbildung oder am Anfang ihrer Laufbahn stehen“. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, der Horst Aussenhof (Musiker, Lehrer), Heike Karcher (Künstlerin), Professor Dr. Ernst-Erich Metzner (Historiker), Walter Renneisen (Schauspieler), Professor Dr. Wolfgang Schneider (Kulturwissenschaftler) und Mario Derra (Künstler), der aktuelle Träger des Kulturpreises, angehören. Der Kulturförderpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Die Bürgermeister Thomas Schell (Biebesheim) und Peter Burger (Gernsheim, dort geht Carolin Grün zur Schule) hatten die junge Frau für den Preis vorgeschlagen.

„Carolin Grün ist ein Spitzentalent“, sagte Astheimer. Der Kreis möchte mit dem Preisgeld einen kleinen Beitrag leisten, um künstlerische Karrieren zu beschleunigen. Gleichzeit soll mit der Vergabe des Preises zum Ausdruck kommen, dass im Kreis Groß-Gerau künstlerisches Potenzial beheimatet sei. Sein Glückwunsch, so Astheimer, gehe nicht nur an die junge Musikerin, sondern auch an alle jene Personen, die Carolin Grün gefördert und tatkräftig unterstützt haben – an erster Linie an ihre Eltern und die Verantwortlichen des Gymnasiums Gernsheim für die frühe umfassende Förderung.

„Wer schon in jungen Jahren herausragende musikalische Erfolge haben will, benötigt ein motivierendes und behütetes familiäres Umfeld – vor allem Leidenschaft und Perfektion“, sagte Astheimer. „Solo-Violinistin bei großen Orchestern wird man nicht nebenbei.“ Astheimer dankte der Pianistin Anca Lupu für ihre musikalischen Vorträge auf dem Flügel während der Feierstunde sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreiskulturbüros, die „diesen wunderbaren Vormittag“ vorbereitet hatten.

Professor Schneider erinnerte an die Anfänge der noch jungen Karriere, als sich die damals siebenjährige Carolin Grün bei den Sitzkissenkonzerten im Gotischen Haus in Bad Homburg von der klassischen Musik begeistern ließ. „So lag zu Weihnachten die erste Violine unter dem Christbaum.“ Mittlerweile feile sie als Jungstudentin bei Professorin Susanne Stoodt von der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst weiter an ihrem Können. „Dort weiß man nur Gutes über Carolin Grün zu berichten, nein, nicht nur Gutes, sondern Außergewöhnliches“, sagte Schneider.

Dann die Preise: 2012 erster Preis im Mendelssohn-Wettbewerb für junge Streicher; 2013 erster Preis mit Höchstpunktzahl beim Regionalentscheid Starkenburg und Landesentscheid Hessen von „Jugend musiziert“; 2014 jüngstes Projektmitglied beim Klanglabor der Jungen Streicherakademie in Mainz; 2015 erster Preis beim Musikwettbewerb des Kreises Groß-Gerau; 2016 zweiter Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Bisheriger Höhepunkt in der musikalischen Biographie von Carolin Grün sei aber zweifelsohne der kürzliche Aufstieg vom Mitglied des Landesjugendsinfonieorchesters zum Mitglied des Bundesjugendorchesters, sagte Schneider.

Der Kulturförderpreis sei eine Ermunterung zum Weitermachen. Während die Musikwelt immer mehr auf das Konforme, Seichte setze, setze Carolin Grün auf das Klassische, so Schneider. In Zeiten der digitalen Medien gehe es um den individuellen Konsum und weniger um den kollektiven Genuss musikalischer Vielfalt. „Für all das steht sie nicht, Carolin Grün, denn sie ist schon ganz schön konservativ – im besten Sinne.“ Und Schneider fügte hinzu: „Ich kenne jetzt das, was sie an ihrem Idol, der Geigerin Janine Jansen aus den Niederlanden so schätzt: Erfahrung, die sie sieht, Persönlichkeit, die sie spürt, Professionalität, die sie hört.“  

Carolin Grün freute sich sehr über die Ehrung. Es sei ein großartiger, ein aufregender und vor allem hilfreicher Preis, „der mich meinem Wunsch, Soloviolinistin zu werden, ein Stück näher bringt“. Sie empfinde tiefe Dankbarkeit. Sie dankte Susanne Stoodt und Dina Ziethen von der Hochschule für Musik für die Förderung, aber auch ihrem Gymnasium für Freistellungen vom Unterricht sowie die Nachsicht bei versäumten Unterrichtsstunden und verspäteten Hausaufgaben. Und sprach vom verbindenden Element zwischen ihren Lieblingsfächern Musik und Chemie: „Das ist das Feuerwerk. Blitzend, brodelnd, knallend, ich bin in die Luft gehüpft, als der brennende Feuerstab an den mit Wasserstoff gefüllten Ballon gehalten wurde“, erzählt sie.

Und welches Feuerwerk sie musikalisch abzubrennen in der Lage ist, zeigte sie, als sie, begleitet von Anca Lupu am Flügel, Passagen aus dem Violinkonzert von Max Bruch zum Vortrag brachte. Da hatte das Publikum im Landratsamt bereits Chopin mit der Pianistin Lupu genießen dürfen. „Musik zu spielen macht mich glücklich“, sagte Carolin Grün. „Ich danke allen für dieses Glück.“ 

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