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Anstoß zum kritischen Hinterfragen

Wanderausstellung „Mensch, du hast Recht(e)“

Zur Eröffnung der Ausstellung „Mensch, du hast Recht(e)“ kamen (von links) Landrat Thomas Will, Kerstin Roth (Schulsozialarbeit des Kreises), Aylin Kortel (Bildungsstätte Anne Frank), Elke Draxler, Alexandra Zerl und Peter Schlimme (Kreisjugendförderung/Jugendbildungswerk), Martina Schmiegelt (Netzwerk gegen Gewalt Südhessen), Susanne Koenen (Schulsozialarbeit) und Tobias Trautmann (Kreisjugendförderung/Jugendbildungswerk). Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Lebhaft geht es fast immer im Foyer des Groß-Gerauer Landratsamts zu, weil viele Menschen ihre Angelegenheiten im Kreishaus regeln. Derzeit wird das noch gesteigert. Denn das mobile Lernlabor der Bildungsstätte Anne Frank ist im Foyer aufgebaut, und zahlreiche Schulklassen nutzen die Angebote der interaktiven Wanderausstellung, die noch eine weitere Woche in der Wilhelm-Seipp-Straße 4 zum Lesen, Ausprobieren und Nachdenken einlädt.  

An mehreren Stationen lassen sich dort eigene Haltungen herausfinden und hinterfragen - durch überraschende Konfrontation mit Begriffen, durch Perspektivwechsel, durch nähere Beleuchtung von Alltagssprache und andere Anregungen. Themen sind unter anderem Diskriminierung durch Stereotype, Menschenrechte, Rolle von und Umgang mit Medien sowie Datenschutz. Klassen aus allen Schulformen haben sich schon zum Rundgang angemeldet. 

Bei der offiziellen Eröffnung begrüßte Landrat Thomas Will die rund zwei Dutzend geladenen Gäste und dankte der Bildungsstätte, die die Wanderausstellung dem Kreis zum zweiten Mal für zwei Wochen überlässt. Seit der Premiere im Jahr 2015, als „Pegida“ gerade in aller Munde war, „sind die Notwendigkeit der Verteidigung der Menschenrechte, sind Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung leider nicht verschwunden“, sagte der Landrat. Im Gegenteil: „Auch heute benutzt manche Gruppierung die Sorgen und Ängste von Menschen, um daraus für sich auf perfide Art Kapital zu schlagen.“ Darum hält Thomas Will es für wichtig, dem etwas entgegenzusetzen – durch Vermittlung von Werten und durch den Anstoß, „selbst nachzudenken und populistischen Aussagen kritisch zu hinterfragen“. So wie es in der Ausstellung geschieht. 

Aylin Kortel von der Bildungsstätte Anne Frank (BAF), die später die Stationen des Mobilen Lernlabors vorstellte, betonte, dass die Ausstellung „erstmals zum zweiten Mal am selben Ort“ zu sehen ist. Sie tourt durch ganz Deutschland und ist bereits viele Monate im Voraus gebucht. „Mensch, du hast Recht(e)“ ist nicht das einzige Angebot der BAF, die neben Jugendbildung auch Erwachsenenbildung, speziell für pädagogische Fachkräfte, betreibt. Zudem gibt es die Beratungsstelle Response, die ebenfalls vor wenigen Tagen im Landratsamt ihre Arbeit vorgestellt hat. 

„Drei Aspekte sind uns bei unserer Arbeit besonders wichtig“, sagte Aylin Kortel. Zum einen der positive Ansatz, nicht vorrangig gegen etwas zu argumentieren, sondern für bestimmte Werte und Menschenrechte einzutreten. Zweitens geht es darum, die Dinge vor allem aus der Perspektive von Betroffenen zu beleuchten: „Wie wirkt Diskriminierung auf einen Menschen?“ Und drittens soll möglichst ein konkretes Thema, soll der Alltag im Fokus stehen. 

Die Ausstellung „Mensch, du hast Recht(e)“ der Bildungsstätte Anne Frank wird von der Jugendförderung/dem Jugendbildungswerk des Kreises gemeinsam mit der Schulsozialarbeit, dem Integrationsbüro, dem Pfarramt für Bildung und Ökumene im Evangelischen Dekanat Groß-Gerau – Rüsselsheim sowie dem Netzwerk gegen Gewalt Südhessen ermöglicht. 

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