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Aktionstag im Landratsamt zum Fairen Handel:

Die dunkle Seite der Schokolade

Es geht auch ohne Kinderarbeit: Fair produzierte und gehandelte Schokolade konnten die Besucher des Aktionstages im Kreishaus probieren. Das Bild zeigt (von links): Heike Müller, Wolfgang Köhler (beide Partnerschaft Dritte Welt – Dornheim), Referentin Kerstin Buda-Friedrich, Landrat Thomas Will, Stefan Leimbach (Sprecher der Fairtrade-Steuerungsgruppe des Kreises Groß-Gerau).

KREIS GROSS-GERAU – „Bittersüß – die dunkle Seite der Schokolade“: Unter diesem Motto hat der Kreis Groß-Gerau kürzlich zu einem Aktionstag ins Kreishaus in Groß-Gerau eingeladen. Bei der Veranstaltung, die in die 15. Faire Woche eingebettet war, drehte sich im Foyer des Landratsamts alles um das süße Naschwerk – vor allem freilich um die Bedingungen, unter denen die Kakao-Bohnen angebaut, geerntet und weiterverarbeitet werden.

 „Es geht um Kindersklaverei“, sagte Kerstin Buda-Friedrich, die als Referentin bei der Organisation Transfair tätig ist. Viele der in den Kakaoanbaugebieten Ghana und der Elfenbeinküste lebenden Kinder würden zur Kinderarbeit auf den Plantagen herangezogen, betonte sie bei der Informationsveranstaltung. Mehr als fünf Millionen Kleinbauern weltweit seien wirtschaftlich vom Kakaoanbau abhängig. „Wer Fairtrade-Schokolade kauft, leistet einen wertvollen Beitrag, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kakaobauern zu verbessern und Kinderarbeit mehr und mehr zurückzudrängen“, sagte auch Landrat Thomas Will.

Der Kreis Groß-Gerau ist inzwischen als Fairtrade-Kreis zertifiziert. „Wir werben für Produkte, die unter fairen Bedingungen hergestellt werden“, so der Landrat. Mit der Auszeichnung habe man den ersten Schritt gemacht, um das Thema fairer Handel im Bewusstsein der Menschen zu verankern. „Und natürlich wollen wir auch genau hinschauen, wie fair die als fair gekennzeichneten Produkte auch wirklich sind.“  

Schokolade ist im Zusammenhang mit dem fairen Handel ein wichtiges Thema – schließlich liegt Deutschland mit 11,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr beim Verzehr der Schokolade europaweit ganz vorn, noch vor der Schweiz. Bei dem Aktionstag im Landratsamt konnten sich die Besucher einen Eindruck von der Kakaoproduktion verschaffen. Und natürlich auch selbst probieren: Der Weltladen Darmstadt bereitete Kakao aus den Bohnen selbst zu, das Zentrum für Ökumene hielt eine Vielzahl von Materialien über das Thema bereit. Zu kaufen gab es zudem jede Menge fair gehandelte Tafeln.

Das Fazit am Ende des Aktionstages: Gerade bei Schokolade lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Das machte Stefan Leimbach, der Sprecher der Fairtrade-Steuerungsgruppe des Kreises Groß-Gerau deutlich: „Wer Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel kauft, gibt keine Spende, sondern leistet einen nachhaltigen Beitrag, um die Verhältnisse vor Ort zu verändern.“ Übrigens: Wo man im Kreis Groß-Gerau fair einkaufen kann, verrät ein Blick in den neuen Fairtrade Gastronomie- und Einkaufsführer, der online abgerufen werden kann und auch als Flyer im Kreishaus ausliegt.

Die Veranstaltung des Fairtrade-Kreises Groß-Gerau fand in Kooperation mit dem Partnerschaftsverein Kreis Groß-Gerau – Masatepe, den Städten Mörfelden-Walldorf und Kelsterbach, dem Verein Partnerschaft Dritte Welt Dornheim, dem Weltladen Darmstadt, dem Fairtrade-Laden Raunheim, der evangelischen Kirchengemeinde Büttelborn, dem evangelischen Dekanat Kreis Groß-Gerau-Rüsselsheim, dem Zentrum Ökumene der evangelischen Kirche und dem entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen statt.

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