Nachrichten_Einzelansicht

20. Forumstreffen „Automotive Cluster“ bei Evonik in Darmstadt:

Innovative Materialien

Mobilität von Morgen: Das Automotive-Cluster Rhein-Main-Neckar traf sich bei Evonik in Darmstadt. Das Bild zeigt (von links nach rechts): Dr. Oliver Eyrisch (Evonik), Prof. Dr. Birgit Scheppat (Automotive Cluster RMN / Hochschule RheinMain), Dr. Armin Neher (Evonik), Landrat Thomas Will, Apu Gosalia (Fuchs Petrolub). Im Hintergrund rechts: Hans-Peter Aulbach (A-con) und Martin Proba (Automotive Cluster RMN / IHK Darmstadt). Foto: Kreisverwaltung Groß-Gerau

KREIS GROSS-GERAU  – Dass die Zukunft der Mobilität längst begonnen hat, wurde bereits beim Gang zur Tagungsstätte deutlich. Der VW Golf, der auf dem Hof von Evonik in Darmstadt neben anderen Sportwagen geparkt war, hatte tüchtig abgespeckt. Das Erfolgsrezept: Leichtbau. Bauteile aus PLEXIGLAS®  und verschiedenen Hochleistungskunststoffen kamen zum Einsatz. Zudem wurden Öle mit höherem Wirkungsgrad verfüllt. Das führte zu erheblichen Reduzierungen – von Gewicht, von Kraftstoffverbrauch, von CO2-Emissionen.

„Leicht, effizient, nachhaltig – Materialien für die Mobilität von morgen“ – so lautete das Thema des 20. Automotive Clusters Rhein-Main-Neckar, zu dem der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will, als Schirmherr Fachunternehmen der Automobilbranche nach Darmstadt eingeladen hatte. Gastgeberunternehmen war Evonik, eines der, wie Moderatorin Professor Dr. Birgit Scheppat (Hochschule Rhein-Main) sagte, weltweit führenden Unternehmen in der Spezialchemie.

In der Tat ermöglichte die Tagung interessante Einblicke, wie sich mit Hochleistungsmaterialien umweltfreundliche und energieeffiziente Systemlösungen im Automobilsektor realisieren lassen. Dr. Armin Neher, Standortleiter der Evonik Darmstadt/Weiterstadt, stellte Evonik Darmstadt vor, für das 1909 Dr. Otto Röhm den Grundstein gelegt hat und wo heute rund 1600 Menschen beschäftigt sind. Martin Proba (IHK Darmstadt), der das Automotive Cluster seit der Gründung vor 15 Jahren maßgeblich mit gestaltet hat, betonte denn auch die große Anwender-Dichte in der Branche in der Region Rhein-Main-Neckar. „Wir wollen die Kompetenzen bündeln“, sagte er.

Die innovativen Materialien, die unter anderem hier in Darmstadt produziert werden, seien die Grundlage um die Branche voranzubringen, sagte Landrat Thomas Will. Das Wort „Innovation“ sei für Evonik mehr als ein schmückendes Etikett. „Es ist sozusagen die Geschäftsgrundlage.“ Gute Ideen in zukunftsfähige Produkte zu überführen, sei das Gebot der Stunde, gerade auch in der Automobilindustrie. Denn dass sich die Branche den drängenden Anforderungen des Klimaschutzes stellen muss, steht für den Landrat außer Frage. Zukunftsfähige Mobilität – vom Rad, übers Auto bis zum ÖPNV – lässt sich nach den Worten des Landrats nur in vernetzten Strukturen bewerkstelligen – beim Thema Automotive „machen wir es schon vor, wie es geht“.

Etwa 600 kleine, mittlere und große Unternehmen sind im Automotive Cluster vernetzt. Netzwerken und Austausch fördern – so lauteten bereits die Ziele, als das Cluster 2003 vom Kreis Groß-Gerau, der IHK Darmstadt und dem Ingenieurbüro Bertrandt gegründet wurde. Wie smarte Materiallösungen die „Neue Mobilität“ verbessern, darüber informierte Dr. Oliver Eyrisch von Evonik. Er sprach über neue Trends wie das Autonome Fahren, künstliche Intelligenz, neue Mobilitätskonzepte wie das Car-Sharing und die damit verbundenen Chancen für die Spezialchemie – etwa bei der Innenraumgestaltung, dem Entwickeln von kratzfesten Lacken, aber auch im thermischen Management bei der Entwicklung von  E-Mobilität. Neue Materialien und ihre Eigenschaften seien häufig die Grundlage für Innovationen in der Automobilindustrie.

Im zweiten Fachvortrag sprach Apu Gosalia (Fuchs Petrolub SE) über Nachhaltigkeit bei der Entwicklung von Schmierstoffen. Fuchs Petrolub SE wurde 2016 als „Deutschlands nachhaltigste mittelgroße Unternehmen“ ausgezeichnet. Der börsenorientierte Familienbetrieb hat sich unter anderem auf die Herstellung von Schmierstoffen fokussiert – für den Bereich Automotive ebenso wie für Industrie oder Metallbearbeitung. Als Element der Wertschöpfungskette helfen Qualitätsschmierstoffe dabei, Kraftstoff zu sparen und CO2-Emissionen zu verringern.

Den Fachvorträgen schloss sich eine Führung durch das neue Friction & Motion Competence Center von Evonik an. Hier wird an ressourceneffizienten Schmierstofflösungen gearbeitet, um Reibungsverluste künftig noch deutlicher zu reduzieren. Der Fachtag endete mit einem persönlichen Austausch. Im kommenden Herbst wird der Automotive Cluster zu Kooperationsgesprächen auf die Messe Frankfurt einladen. Dort ist dann auch eine Automotive Tour zu Unternehmen der Automotive-Branche im Rhein-Main-Gebiet geplant – getreu dem Motto des Clusters: „Deutschland bewegen“.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de