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Landräteporträts im Fritz-Bauer-Foyer

Zwei Veränderungen im Groß-Gerauer Landratsamt:

Neuer Name fürs Foyer, neue Fotogalerie ehemaliger Landräte: Diese Veränderungen im Landratsamt gaben Landrat Thomas Will (links) und Kreistagsvorsitzender Gerald Kummer bekannt. Fotos: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Lang geplant und jetzt vollzogen – wegen der durch Corona verursachten Rahmenbedingungen allerdings in kleinstem Rahmen: Das Foyer des Groß-Gerauer Landratsamts in der Wilhelm-Seipp-Straße heißt nun offiziell Fritz-Bauer-Foyer. Und dort hängen neuerdings auch Fotos der Landräte, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Amt waren, bis einschließlich Landrat Enno Siehr (Amtszeit von 1992 bis 2010). Dessen Nachfolger und Amtsinhaber Thomas Will sowie Kreistagsvorsitzender Gerald Kummer gaben die Neuerungen am Freitag, 24. Juli, bekannt. Eine weitere Beschreibung vor größerer Zuhörerschaft soll bei der Kreistagssitzung Mitte September folgen, sagte Landrat Will. 

Er würdigte bei der Einweihung kurz die Nachkriegslandräte Enno Siehr, Willi Blodt (1970-1992), Alfred Schmidt (1964-1970), Wilhelm Seipp (1954-1963), Jean Christoph Harth (1946-1954) und Wilhelm Hammann (1945). In seiner Rede hob Landrat Will besonders Wilhelm Hammann – der im Jahr 1984 postum mit dem israelischen Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet wurde – hervor. Der Biebesheimer Hammann, der von 1938 bis Kriegsende im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war, rettete dort 159 jüdischen Kindern und Jugendlichen das Leben. „Diese Tat, sein Mut und seine Beherztheit, Standhaftigkeit und das Eintreten für seine Überzeugung – all dies ist es, warum Wilhelm Hammann auch heute noch eine Vorbildfunktion hat“, sagte Thomas Will. 

Gleiches gelte für Fritz Bauer, den früheren hessischen Generalstaatsanwalt und Namensgeber für das Landratsamts-Foyer. „Mit seinem Namen sind die Verfolgung und Aufarbeitung der NS-Verbrechen im Nachkriegsdeutschland verbunden“, sagte der Landrat. Der Kreis wolle diesen Kämpfer für die Demokratie seinen wichtigen Taten entsprechend würdigen. 

Auch Gerald Kummer nannte die Namenswahl Fritz-Bauer-Foyer ein gutes Zeichen: „für Demokratie, gegen Fremdenfeindlichkeit sowie rechtsextreme Tendenzen. Sich erinnern, aus der Vergangenheit lernen, wachsam bleiben und die richtigen Schlüsse ziehen – nämlich die Demokratie zu bewahren und verteidigen – das ist und bleibt unsere Aufgabe“, sagte der Kreistagsvorsitzende, der zudem Mitglied des rechtspolitischen Ausschusses des Hessischen Landtags ist.  

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