Internationale Wochen gegen Rassismus im Landkreis Groß-Gerau

Plakat

Rassismus ist allgegenwärtig. Aber es liegt an uns, unsere Kinder darauf vorzubereiten und hoffentlich können wir ihn irgendwann überwinden.“ Rosa Parks

Gesicht zeigen – Stimme erheben!

Der 21. März ist der Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung. Er mahnt an das Massaker, bei dem die südafrikanische Polizei am 21. März 1960 im Township Sharpeville 69 friedliche Demonstrierende erschoss. Sechs Jahre nach dem Massaker riefen die Vereinten Nationen den 21. März zum Gedenktag aus. An diesem Tag soll nicht nur der Opfer von damals gedacht, sondern sollen auch Aktionen gegen Rassismus gefördert und mobilisiert werden.

Die Zahl der Menschen und Organisationen, die an Aktionen teilnehmen und Veranstaltungen durchführen, steigt bundesweit jedes Jahr. Daher wurden die Internationalen Wochen gegen Rassismus etabliert. Die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus plant und koordiniert die jährlichen UN-Wochen, die in diesem Jahr vom 16. März bis zum 29. März stattfinden. Der Zeitraum der Veranstaltungen im Landkreis geht über die UN-Wochen hinaus.

Viele Menschen im Landkreis Groß-Gerau beteiligen sich mit Veranstaltungen und Aktionen an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Vertreter*innen aus öffentlichen und privaten Trägerschaften sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen präsentieren sich auch in diesem Jahr in einem Programmheft vereint und setzen ein gemeinsames Signal gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit.

Die stetig wachsende Beteiligung zeigt, dass sich viele in unserer Gesellschaft gegen Rassismus stellen und rassistische Verletzungen der Menschenwürde nicht ohne Widerspruch hinnehmen.

Im Programmheft für den Landkreis Groß-Gerau finden Sie Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten. Sie alle haben das Ziel, auf die Themen Rassismus und Menschenfeindlichkeit aufmerksam zu machen. Gleichzeitig zeigen sie Wege zur Demokratiestärkung und der politischen Bildung auf, um Rassismen zuerkennen und darauf zu reagieren. 

Hier geht es zum Programmheft 2020.

Hier können Sie ein DIN A3 Plakat herunterladen und auf die Internationalen Wochen aufmerksam machen.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an den Veranstaltungen!

Ihr Netzwerk gegen Rechtsextremismus und

Rassismus Landkreis Groß-Gerau


Veranstaltungen der Fachstelle und Kooperationspartner*innen

2019 Ausstellung: Strafraum Sachsen 2.0. Fußball zwischen Ressentiment und Integration

Ausstellung
»Strafraum Sachsen 2.0« ist die aktualisierte Version der gleichnamigen Ausstellung, die bereits 2011 von der Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball in Kooperation mit verschiedenen Institutionen konzipiert und präsentiert wurde. Gefördert wurde die Aktualisierung vom Landesprogramm »Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz« (WOS) des sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz.

Prinzipiell hat sich an der Problemlage „Diskriminierung im Fußball“ wenig verändert. Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2014 kann eine Zunahme der politischen und gesellschaftlichen Mobilisierung gegen Geflüchtete und parallel dazu konnte das Anwachsen von Ressentiments in der Bevölkerung beobachtet werden. Der Fußball bildet dabei keine Ausnahme, ist er doch Teil des gesellschaftlichen wie des politischen Alltags. Es kommt immer wieder zu rassistischen, homophoben, antisemitischen oder sexistischen Vorfällen.
Auf der anderen Seite engagieren sich viele Menschen gerade auch in Sportvereinen. Sie setzen sich etwa für Geflüchtete ein oder gründen Initiativen mit antidiskriminierender Stoßrichtung. Durch das Zusammentreffen vieler unterschiedlicher Menschen auf dem Sportplatz kann der Fußball dazu beitragen, Diskriminierung abzubauen, solidarische Grundwerte zu fördern und Integration zu ermöglichen.
Landrat
Die Ausstellung wird im Rahmen der Podiumsveranstaltung "Gemeinsam stark! Engagiert gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball" von Landrat Thomas Will eröffnet.
Start Roll UP
Auf 21 Schautafeln wird das Doppelleben des Fußballs vorgestellt. Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Breitensportvereine,
Fußballverbände, Schulen und zivilgesellschaftliche Initiativen.
Schirmherrin der Ausstellung ist Monika Lazar, Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Sportausschusses im Bundestag.
Referent
Stephan Schneider, Projektleiter der „Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport Fußball“ (IVF), stellte die Ausstellung „Strafraum Sachsen 2.0“ vor, die seit 2016 in mehreren Städten zu sehen war. „Wir gehen häufig an Sportschulen, um Schülerinnen und Schüler für das Thema zu sensibilisieren“, sagte Schneider. Fußball sei nach wie vor noch eine der letzten Männerbastionen im Sport, gleichwohl zeige die Ausstellung, die für Fairness, Respekt und Toleranz werbe, auch die andere Seite der Medaille – dass Fußball verbinde.
Eröffnung
„Strafraum Sachsen 2.0. Fußball zwischen Ressentiment und Integration“ war vom 11. März bis 12. April 2019 im Foyer des Groß-Gerauer Landratsamts zu sehen. Nach der Ausstellungseröffnung schauen sich Referent Stephan Schneider und Landrat Thomas Will die Ausstellung an.

 

Ausstellungseröffnung und Talk: Gemeinsam stark! Engagiert gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball

Der Themenschwerpunkt im Jahr 2019 lag auf "Rassismus und Diskriminierungen im Fußball". Im Folgenden einige wenige Eindrücke vom Abend.

Hier können Sie sich auch ein Video ansehen: Video URL - Gemeinsam stark gegen Rassismus. 

 

 

Landrat
Landrat Thomas Will begrüßt die Anwesenden und eröffnet den Abend.
Auf Einladung des Netzwerks gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Kooperation mit dem SV Darmstadt 98 diskutierten Fußball-Aktive, Funktionäre sowie Fanbeauftragte unter dem Titel „Gemeinsam stark!“ Strategien und Wege, um sich gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball zu engagieren.
Moderator
Moderiert wurde die Veranstaltung von Söhnke Vosgerau, Vorstand im „Lernort Stadion“.
Vortrag Ausstellung
Stephan Schneider, Projektleiter der „Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport Fußball“ (IVF), stellte die Ausstellung „Strafraum Sachsen 2.0“ vor, die seit 2016 in mehreren Städten zu sehen war. „Wir gehen häufig an Sportschulen, um Schülerinnen und Schüler für das Thema zu sensibilisieren“, sagte Schneider. Fußball sei nach wie vor noch eine der letzten Männerbastionen im Sport, gleichwohl zeige die Ausstellung, die für Fairness, Respekt und Toleranz werbe, auch die andere Seite der Medaille – dass Fußball verbinde.
Podium 2
Talk-Gäste (von links nach rechts):
Söhnke Vossgerau (Moderator), Nicolai Würtz (Fanprojekt Darmstadt), Franziska Frase (Fußballerin TSV Schott Mainz), Cacau (Integrationsbeauftragter DFB), Sebastian Hertner (Profispieler SV Darmstadt 98), Robert Neubauer (Fachwart Fußball Sportkreis GG), Anton Schuhmacher (Leiter Sportinternat Eintracht Frankfurt), Markus Pfitzner (Vizepräsident SV Darmstadt 98)
Podium
Die Talk-Gäste diskutieren ihre Erfahrungen und Einschätzungen zum Thema Diskriminierung und Rassismus im Fußball. Markus Pfitzner unterstrich das soziale Engagement des Vereins Darmstadt 98: „Wir sehen uns auch als Wertegemeinschaft, nicht nur als Sportgemeinschaft.“ Sebastian Hertner pflichtete ihm bei: „Wir müssen dafür sorgen, dass Rassismus und Diskriminierung keinen Platz im Verein haben. Bei dem Thema haben wir als Profis natürlich auch eine große Verantwortung.“
Cacau
Der ehemalige Nationalspieler „Cacau“, der nach eigenem Bekunden als Spieler selbst wenig rassistische Anfeindungen erleben musste, betonte, dass es wichtig sei, schon Kinder für das Thema zu sensibilisieren. „Respekt fordere ich auch bei der F-Jugend ein“, sagte er. Es sei immens wichtig, bereits an der Basis wertschätzend miteinander umzugehen. Der ex-Fußballprofi, der zuletzt beim VfB Stuttgart spielte, engagiert sich heute als Integrationsbeauftragter beim DFB. Franziska Frase erläuterte, dass sie bei ihrem Sport der explizite Hinweis auf „Frauenfußball“ bereits als diskriminierend empfinde. „In welcher anderen Sportart gibt es das? Wenn der FC Bayern spielt, spricht doch auch niemand vom Männerfußball.“
Gruppenfoto
Kreisfußballwart Robert Neubauer steuerte in der Diskussion Zahlen aus dem Kreis Groß-Gerau bei: Danach sei in der Saison 2017/18 sieben Mal rassistisches Verhalten vom Sportgericht geahndet worden – bei weit über 1000 Fußballspielen im Kinder- und Erwachsenenbereich. „Sieben Vorfälle sind sieben zu viel“, sagte Neubauer. „Wichtig ist den Vereinen zu signalisieren, dass sie mit den Problemen nicht allein gelassen werden.“ Neubauer empfahl den Verantwortlichen, möglichst viele Spiele als Funktionäre zu besuchen, um zu erkennen, was vor Ort passiert. „Was wir nicht gebrauchen können, ist eine Kultur des Wegschauens.“
Am Ende des Abends wurde zum Netzwerken und Verweilen eingeladen. Der Abend endete mit regen Diskussionen und vielen Gedankenanstößen bei Snacks und Getränken.
Orga Team
Das Orga-Team ist mit dem Abend zufrieden!Jonathan Prinz (SV Darmstadt 98), Nilüfer Kuş (Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus, BfI), Ivan Garofalo (WIR Fallmanager, BfI)
„Der Talk konnte aus unterschiedlichen Perspektiven aufzeigen, welchen Herausforderungen Vereine zur Bekämpfung von Rassismus und weiteren Diskriminierungsformen gegenüberstehen“, sagte Nilüfer Kuş. Die Bilanz des Abends fällt positiv aus: „Heute Abend konnten wir unterschiedliche Ansätze und Impulse hören, die Wege aufzeigen dieser Herausforderung zu begegnen. Am besten gelingt es über die gegenseitige Unterstützung und durch Kooperationen. Wir verstehen den heutigen Abend als einen Auftakt und werden in den nächsten Monaten gemeinsam mit dem Sportkreis Groß-Gerau an den Themen weiterarbeiten. So können wir gemeinsam stärker werden.“

2019 Gemeinsam stark: Programmheft aller Veranstaltungen im Rahmen der Internationale Wochen gegen Rassismus Im Kreis Groß-Gerau 2019

Programmheft

Erstmals legt der Kreis ein Programmheft für die Internationalen Wochen gegen Rassismus vor. Darin finden sich gebündelt alle Veranstaltungen zwischen 11. März und 24. April 2019, die anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung (21. März) im Kreis Groß-Gerau ausgerichtet werden. Dieser Tag erinnert mahnend an das Massaker von Sharpeville, bei dem die südafrikanische Polizei am 21. März 1960 im Township Sharpeville 69 friedlich demonstrierende Menschen erschoss. 

„Zusammen gegen Rassismus – 100 % Menschenwürde“ heißt es auf dem Titelblatt des Programmhefts, das von der Fach- und Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechtsextremismus und Rassismus zusammengestellt wurde.

Das Angebot in den Kommunen des Landkreises reicht von Ausstellungen und Theaterprojekten über Workshops, Lesungen und eine Radiosendung (14. März, Radio Rüsselsheim) bis zu Plakat- und Schilderaktionen.

Download Programmheft 2019 für den Landkreis Groß-Gerau


2018 Groß-Gerau zeigt Gesicht! Aktionstag gegen Rassismus

 Das „Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus Groß-Gerau“ veranstaltete am 17.03.2018 in Zusammenarbeit mit der „Bildungsstätte Anne Frank“ aus Frankfurt und vielen Groß-Gerauer Organisationen und Schulen einen bunten Aktionstag gegen Rassismus in der Groß-Gerauer Innenstadt. Die Fachstelle des Kreises beteiligte sich am Aktionstag neben vielen weiteren Akteur*innen und Mitgliedern des Aktionsbündnisses. Alle Teilnehmenden zeigten mit einer großen Vielfalt das Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung – wir zeigten Gesicht.

Passanten und Besucher*innen waren herzlich eingeladen, sich über die vielfältigen Aktivitäten zu informieren, an Aktionen teilzunehmen und neue Erkenntnisse über den alltäglichen Rassismus zu gewinnen und dazu, was Sie selbst dagegen tun können.

Im Zeichen der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigten sie gemeinsam Flagge: Rassismus hat hier keinen Platz, Alle sind gleich! Unter der Federführung des Sozial- und Integrationsbüros Groß-Gerau, des DGB Ortsverbands und des Evangelischen Dekanats wurde die Arbeit der einzelnen Initiativen präsentiert und mit vorbeiziehenden Passant*innen über Rassismus, Diskriminierungen und Möglichkeiten der politischen Bildung ausgetauscht.

Engagiert haben sich folgende Initiativen:

  • Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus Groß-Gerau
  • Sozial- und Integrationsbüro Groß-Gerau
  • Evangelisches Dekanat Rüsselsheim, Pfarramt für Ökumene
  • DGB Ortsverband
  • Teachers on the Road
  • Technisches Hilfswerk
  • Initiative Stolpersteine
  • Ev. Zentrum für interkulturelle Bildung
  • BS Anne Frank
  • Schüler*innen der Luise Büchner Schule GG
  • Verein des Kulturcafes
  • Schüler*innen der Martin Buber Schule GG
  • Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus Landkreis Groß-Gerau

Das „Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus Groß- Gerau“ ist ein Zusammenschluss vieler Organisationen und Institutionen in Groß-Gerau und zahlreicher Bürgerinnen und Bürger.

Aktionsbündnis Plakat

2018 Ausstellung: Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme. Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert.“

Titelblatt
Das Münchner Institut für Zeitgeschichte, Deutschlandradio Kultur und
die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin geben 2014 eine Ausstellung zur Geschichte von Demokratie und Diktatur im Europa des 20. Jahrhunderts heraus. Anlass ist die Gleichzeitigkeit runder Jahrestage, die im kommenden Jahr die Verflechtung der Nationalgeschichten im „Jahrhundert der Extreme“ verdeutlicht: 2014 jährt sich der Ausbruch des 1. Weltkriegs zum 100. Mal. 75 Jahre werden seit Beginn des von Deutschland entfesselten 2. Weltkriegs vergangen sein; 25 Jahre seit den friedlichen Revolutionen und zehn Jahre seit der EU-Osterweiterung.

Die Schau „Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme“ erzählt Europas
20. Jahrhundert als dramatische Geschichte zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur. Sie lädt so zu einer historischen Ortsbestimmung ein, zu der das Jahr 2014 herausfordert. Die Ausstellung
präsentiert 190 Fotos aus zahlreichen europäischen Archiven.

DIE AUTOREN
Prof. Dr. Andreas Wirsching ist Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt erschien von ihm „Der Preis der Freiheit. Geschichte Europas in unserer Zeit“ (2012). Dr. Petra Weber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Sozialismus, der Weimarer Republik und der beiden deutschen Staaten.
Landrat
"Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme“ - so lautet der Titel einer Ausstellung, die im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Landratsamt Groß-Gerau präsentiert wird.

Das Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau hat die vom Institut für Zeitgeschichte, Deutschlandradio Kultur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konzipierte Ausstellung nach Groß-Gerau geholt. Landrat Thomas Will hat die Schau am Montag eröffnet.

Auf 26 Plakaten wird die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert als dramatische Geschichte zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur dargestellt. In Russland kommen Kommunisten, in Italien Faschisten an die Macht, in Ostmitteleuropa etablieren sich zum Teil autoritäre Regime. In Deutschland etablierten Nationalsozialisten ab 1933 ihre schreckliche Herrschaft. Zeitgleich wütete in der ehemaligen Sowjetunion der Massenterror.
Ausstellung
Die Ausstellung lädt zu einer historischen Reise ein und streift die Höhen und Tiefen der europäischen Vergangenheit. „Wer Lehren aus der Geschichte ziehen will, muss Zusammenhänge erkennen“, sagte Landrat Thomas Will. „Als aus der Geschichte Lernender und überzeugter Europäer sehe ich es auch als Aufgabe des Kreises an, politische Bildungsarbeit zu ermöglichen und Menschen zu mündigen Bürgern zu erziehen“, so Will: „Deshalb wünsche ich der Ausstellung viele und vor allem junge Besucherinnen und Besucher.“
 

2018 "exit RACISM. Rassismuskritisch denken lernen" - Lesung mit Tupoka Ogette

Titelblatt
"exit RACISM. Rassismuskritisch denken lernen" von Tupoka Ogette.
Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig geboren, studierte Afrikanistin und Wirtschaftswissenschaften. Sie arbeitet bundesweit als Expertin für Vielfalt und
Antidiskriminierung, leitet Trainings, Workshops und Seminare zu Rassismus und dessen Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft und ist darüber hinaus als Rednerin, Beraterin und Autorin tätig.
Gruppenfoto mit Kummer
Kreistagsvorsitzender Gerald Kummer eröffnete mit einem Grußwort die Interkative Lesung. Rassismuskritisch denken lernen sei heute angesichts der politischen Verhältnissen eine Notwendigkeit, bekräftigte auch der Gerald Kummer. Er zitierte die berühmten Worte von Martin Luther King „I have a dream“ und lobte die Weltoffenheit des Kreises Groß-Gerau. „Mein Traum ist es, in einer Gesellschaft zu leben, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Helfen Sie mit, mir diesen Traum zu erfüllen.“
Publikum 1
Gut besuchte Lesung: Mit ihrem Buch „exit RACISM“ nimmt Tupoka Ogette ihr Publikum mit auf eine rassismuskritische Reise im Landratsamt Groß-Gerau.
Ogette
Tupoka Ogette eröffnete die interaktive Lesung ihres Buches „exit RACISM“ mit den Worten: „Rassismus hat viele Gesichter.“ Für sie hatte es verschiedene Gründe gegeben, darüber zu schreiben. Einer davon: Menschen brauchen Wissen, um einen Prozess des Umdenkens zu beginnen.
Das Interesse an dem Thema war groß: Mehr als 40 Besucher ließen sich von der Expertin für Vielfalt und Antidiskriminierung auf eine Reise mitnehmen, die deutlich machte, dass auch in unserer Demokratie Rassismus noch immer allgegenwärtig ist.
Publikum 2
Schnell wurde an diesem Abend deutlich: Es ist gar nicht so leicht, über das Thema zu sprechen. „Im Gegenteil, das kostet Überwindung“, sagte Ogette. Das ist ein Ziel der Autorin. Sie möchte unsichere Menschen im Prozess des Umdenkens begleiten. Ihr Buch ist laut eigener Aussage ein „interaktives Mitmachbuch“. Im Buch sind Links und QR-Codes abgedruckt, damit Leserinnen und Leser Erfahrungsberichte von ehemaligen Studenten in Bezug auf Alltagsrassismus hören können. „Rassismus verschwindet nicht, nur weil wir ihn nicht sehen und benennen können“, sagte Tupoka Ogette.
Ogette und Lawson
Die Veranstaltung des Netzwerks gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau fand im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Unterstützt wurde die Workshop-Leiterin von ihrem Mann Stephen Lawson.
Doch was ist Rassismus und wo beginnt er? Tupoka Ogette sprach in diesem Zusammenhang von den „Privilegien der Weißen“. Um diese zu veranschaulichen, ließ sie Zuhörer Beispiele vortragen. Es fielen Sätze wie: „Ich muss mir keine Gedanken machen, dass ich wegen meiner Hautfarbe von der Polizei angehalten wurde.“ Oder: „Ich kann mich frei dazu entscheiden, mich mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen, ohne dass ich im Alltag damit ständig konfrontiert werde.“ Was für „weiße“ Menschen ganz alltäglich sei – bei der Wohnungssuche oder der Jobsuche nicht an die Hautfarbe denken zu müssen – stelle für People of Color eine Herausforderung dar.
exit
Klappentext des Buches:
Obwohl Rassismus in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft wirkt, ist es nicht leicht, über ihn zu sprechen. Keiner möchte rassistisch sein, und viele Menschen scheuen sich vor dem Begriff.
Das Buch begleitet die Leser*innen bei ihrer mitunter ersten Auseinandersetzung mit Rassismus und dies ohne erhobenen Zeigefinger. Vielmehr werden die Leser*innen auf eine rassismuskritische Reise mitgenommen, in deren Verlauf sie nicht nur konkretes Wissen über die Geschichte des Rassismus und dessen Wirkungsweisen erhalten, sondern auch Unterstützung in der emotionalen Auseinandersetzung mit dem Thema. Übungen und Lesetipps eröffnen an vielen Stellen die Möglichkeit, sich eingehend mit einem bestimmten Themenbereich zu befassen. Über QR-Codes gelangt man zu weiterführenden Artikeln, Videos und Bildern. Ergänzend dazu finden sich in fast jedem Kapitel Auszüge aus sogenannten Rassismus-Logbüchern – anonymisierte Tagebücher, die ehemalige Student*innen von Tupoka Ogette in ihrer eigenen Auseinandersetzung mit Rassismus geführt haben und in denen sie über ihre Emotionen und Gedankenprozesse berichten. Des weiteren zeigt die Autorin Handlungsoptionen auf, um auf konkrete Situationen reagieren zu können. Ziel des Buches ist es, gemeinsam mit den Leser*innen eine rassismuskritische Perspektive zu erarbeiten, die diese im Alltag wirklich leben können.
Das Buch Exit Racism fasst die Erfahrungen aus zahlreichen Workshops Tupoka Ogettes zusammen und ermöglicht Einsteigerinnen und Einsteigern in das Thema Rassismus die ersten Schritte auf ihrem rassismuskritischen Weg.
 

2017 Ausstellung: Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen

Foto mit Landrat

Das Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus zeigte die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ vom 13.März 2017 bis 14. April 2017 im Foyer des Landratsamtes.

Die Wanderausstellung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen des NSU auseinander. Im ersten Teil werden die Biografien der zehn Mordopfer, die Bombenanschläge in Köln sowie Banküberfälle dargestellt, bei denen unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletz wurden.

Der zweite Teil beleuchtet die Neonaziszene der 1990er Jahre sowie die Hilfeleistungen an den NSU-Kern aus einem neonazistischen Netzwerk. Dargestellt werden auch die Gründe, warum die Mordserie nicht aufgedeckt wurde sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex.

Landrat Thomas Will und Autorin der Ausstellung Birgit Mair haben im Kreishaus Groß-Gerau die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ eröffnet.

„Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen“, sagte Birgit Mair vom Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung am Ende ihres Eröffnungsvortrags. In der Tat sind im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Terror-Netzwerk des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) längst nicht alle Fragen beantwortet.

Zehn Morde, Bombenanschläge in Köln sowie diverse Banküberfälle gehen mutmaßlich auf das Konto der Rechtsterroristen. Am 9. September 2000 wurde der Blumengroßhändler Enver Simsek in Nürnberg getötet – der Beginn einer beispiellosen Mordserie von Rassisten, die bis 2007 weiteren neun Menschen das Leben kostete. Doch Hinweise in Richtung Neonazis als Täter seien systematisch ausgeblendet worden, betonte Birgit Mair, die im Auftrag des Instituts 2012 und 2013 die Ausstellung erstellte.  

Die 22 Tafeln rufen die Verbrechen in Erinnerung. Mehr noch: Die Opfer bekommen ein Gesicht und eine Geschichte. In Absprache mit den Angehörigen hat Birgit Mair Kurzbiografien der zehn Ermordeten erstellt. „Ohne die Mithilfe der Angehörigen wäre die Ausstellung in der jetzigen Form nicht realisierbar gewesen“, sagte sie. „Dass die Opfer der NSU-Verbrechen und ihre Familien in den Mittelpunkt rücken, ist ein großes Verdienst der Ausstellung“, sagte Landrat Thomas Will. Schließlich habe die Polizei die Morde mit Rechtsextremismus anfangs gar nicht in Verbindung gebracht. „Stattdessen gab es Verdächtigungen im Umfeld der Opfer und das unsägliche Wort von den sogenannten Döner-Morden machte die Runde“, so Will. Die Aufarbeitung des NSU-Komplexes sei noch längst nicht abgeschlossen.

Die Ausstellung gewährt Einblicke in das Leben von Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Mehmet Turgut, Habil Kilic, Ismail Yasar, Mehmet Kubasik, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michele Kiesewetter. Der zweite Teil der Ausstellung beleuchtet die Neonaziszene der 1990er Jahre sowie die Hilfeleistungen an den NSU-Kern aus einem neonazistischen Netzwerk.

 

 

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