Come-Together-Preis

„Gutes für sich und für andere tun“
Zehn Personen und Institutionen mit Come-Together-Preis geehrt

Come-Together Preisträger*innen
Buntes Gruppenbild: Zum Abschluss der Come-Together-Preisverleihung kommen alle Beteiligten auf die Bühne des Georg-Büchner-Saals. Foto: Kreisverwaltung

29.09.2020

Sedef Yıldız und Nilüfer Kuş vom Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau haben am Dienstag im Georg-Büchner-Saal im Kreishaus sieben Einzelpersonen und drei Institutionen mit dem Come-Together-Preis für Demokratie und Menschenrechte 2020 des Kreises Groß-Gerau ausgezeichnet. Mit der Ehrung, die bereits zum 23. Mal verliehen wurde, würdigt der Kreis herausragenden Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. „Jede Person bewirkt mit ihrem Engagement Gutes“, sagte Landrat Will, der seine Teilnahme an der Feierstunde leider kurzfristig absagen musste. „Die Geehrten bauen Brücken und schaffen Begegnungen zwischen Menschen, unabhängig ihres Alters, Geschlechts, ihrer religiösen Überzeugung, ihrer sexuellen Orientierung oder der Herkunft und Hautfarbe.“  

Der Preis steht für freiheitlich-demokratische Werte, für Chancen- und Teilhabegerechtigkeit, für Zivilcourage und respektvolles Zusammenleben. Ausgezeichnet wurden Irmgard Jahn (Groß-Gerau), Mitarbeiter*innen der Stadt Riedstadt, Fakria Khabbazeh (Ginsheim-Gustavsburg), Kerstin Mohr (Raunheim), Marlise Fassoth (Groß-Gerau), Ulrike Gähtgens-Maier (Mörfelden-Walldorf), Adnan Dayankaç, die Schüler*innen-Vertretung und Courage-AG der Gustav-Heinemann-Schule, die Ahmadiyya Muslim Jamaat Groß-Gerau und die Freiwilligengesellschaft Volunta des Deutschen Roten Kreuzes in Hessen.  

In kurzen Filmen, die jeweils zu Beginn der Preisübergabe eingespielt wurden, wurden die Leistungen der Geehrten herausgestellt. Danach überreichten Sedef Yıldız und Nilüfer Kuş vom Büro für Integration Corona-konform mit Abstand Urkunden und Geschenke. Der Gitarrist und Songwriter der Band Gastone, Giuseppe Porrello, einigen im Kreis Groß-Gerau bestimmt bekannt nach seinem Auftritt bei der Eröffnung des „Amtlich“-Festivals, sorgte mit seiner unverwechselbaren rauen Stimme für die festliche musikalische Gestaltung des Abends.  

Den Ehrungsreigen eröffnete Adnan Dayankaç, der Vorsitzende des Ausländerbeirats Rüsselsheim am Main. Hiwa Rostami, Mitarbeiter im Interkulturellen Büro der Stadt Rüsselsheim am Main, lobte in der Videobotschaft dessen Wirken. „Sein langjähriger Einsatz für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger in Rüsselsheim, sein Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung spiegeln sich in vielen Projekten und Maßnahmen wider.“ Sein Aufruf zu einer Mahnwache in Rüsselsheim nach der Bluttat von Hanau zeuge von seinem Bestreben, auf rassistische und extremistische Phänomene hinzuweisen.  

Groß-Geraus Bürgermeister Erhard Walther und Christiane Eichhorn vom Sozial- und Integrationsbüro Groß-Gerau würdigten per Video den Einsatz der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Als eine Unterkunft für Geflüchtete nach dem Ausbruch von Covid-19 unter Quarantäne gestellt wurde, kümmerten sich Mitglieder der Organisation spontan um die Versorgung der Bewohner*innen, bereiteten individuell das Essen vor, halfen Sprachbarrieren abzubauen und waren insgesamt für die Stadt, wie es lobend hieß, „eine Art Brückenbauer“.   

Anna Laß vom Stadtteilbüro Bebel 13 der Caritas lobte Fakria Khabbazeh als „engagierte Ehrenamtliche“, die mit ihrem Sprachcafé in Ginsheim-Gustavsburg einen Ort für Menschen aus aller Welt geschaffen habe. Hier werde deutsche Grammatik gelernt, aber auch gemeinsam eingekauft oder gekocht, und auch außerhalb des Sprachcafés sei Fakria Khabbazeh für die Teilnehmenden stets ansprechbar. Peter Schlimme von der Kreisjugendförderung würdigte per Video die vorbildliche Antirassismusarbeit der Schüler*innen-Vertretung SV der Gustav-Heinemann-Schule in Rüsselsheim am Main. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich in einem Foto-Comic intensiv mit Alltagsdiskriminierung beschäftigt. „Die Fotogeschichten tragen dazu bei, dass das wichtige Thema bei Schüler*innen präsent bleibt.“   

Für Irmgard Jahn aus Rüsselsheim am Main hat Pfarrer Joachim Respondek den Preis entgegengenommen. Preiswürdig ist Jahns Engagement für die Rechte osteuropäischer Leiharbeiter*innen im Kreis Groß-Gerau. Irmgard Jahn setze alle Hebel in Bewegung, um die Situation der Menschen zu verbessern, sagte Christine Müller vom Caritaszentrum Rüsselsheim in der Videobotschaft. Sie lasse sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen, weiter für die Menschen zu kämpfen. Auf einem ganz anderen Gebiet ist Kerstin Mohr, Fachbereichsleiterin Soziales und Kultur der Stadt Raunheim, unterwegs. Sie engagiere sich seit 25 Jahren für die Integration, sagte lobend Bürgermeister Thomas Jühe per Video. „Sie ist das personifizierte Fördern und Fordern; hier werden Konflikte nicht geleugnet, sondern ganz aktiv angegangen“, sagte er: „Herzlichen Glückwunsch Kerstin, die ganze Stadt Raunheim freut sich über den Preis.“  

Die Stolperstein-Gruppe Groß-Gerau habe Marlise Fassoth für den Preis vorgeschlagen, so Pfarrer Wolfgang Prawitz in der Laudatio, weil sie sich von Anfang an für das Verlegen der Stolpersteine und gegen das Vergessen engagiert habe. Damit werde in Erinnerung an die Verfolgten und Ermordeten des Nationalsozialismus zumindest symbolisch der Name an jenem Ort wiedergegeben, an dem sie das letzte Mal freiwillig gewohnt haben, sagte Prawitz. Frau Fassoth habe ihre gute Vernetzung in der Kreisstadt genutzt, mit Hausbesitzern ins Gespräch zu kommen, damit sie einverstanden sind, dass vor ihren Häusern Stolpersteine verlegt werden könnten.   

Mitarbeiter*innen der Stadt Riedstadt wurden mit dem Come-Together-Preis 2020 ausgezeichnet, weil sie sich aus eigener Initiative mit ihrer Plakataktion „Riedstadt ist bunt – kein Millimeter nach rechts“ für Demokratie und Vielfalt und gegen Rechtsextremismus öffentlich positioniert haben. Pfarrerin Helga Donat würdigte die „großartige Aktion“, die zeige, „wofür wir hier in Riedstadt stehen“. Bürgermeister Thomas Winkler (Mörfelden-Walldorf) wiederum würdigte per Video den besonderen künstlerischen Einsatz von Ulrike Gähtgens-Maier, die mit ihren Kunstprojekten Menschen zusammenbringe. „Sie ist immer wunderbar kreativ.“ Den Erlös beispielsweise aus dem Verkauf von Bildern im Rahmen des Projekts „Freiluftkunst“ habe sie unter anderem für die Flüchtlingsarbeit gespendet. Als ehemalige Lehrerin biete sie zudem regelmäßig Sprachtreffs an. Sie ist die „gute Seele des Waldenserhofs“, so Winkler.  

„Volunta öffnet viele Türen“, sagte Marie Frentrup, eine ehemalige FSJ´lerin, die bei der Organisation ihren Freiwilligendienst absolviert hat, in ihrer Grußbotschaft. Bei ihrer Tätigkeit habe sie erfahren, wie Chancengerechtigkeit und Teilhabe umgesetzt werden. Inklusion liege Volunta am Herzen. „Etwas Gutes für sich und andere zu tun, ist immer eine gute Idee“, so Marie Frentrup. Das wollten auch andere Preisträgerinnen und Preisträger gern bestätigen: „Man bekommt ja so viel zurück“, sagte zum Beispiel Ulrike Gähtgens-Maier, als sie sich auf der Bühne für den Preis bedankte: „Durch die Begegnungen mit den Menschen habe ich mich selbst immer als Beschenkte gefühlt.“ „Letztendlich muss die Würde des Menschen immer im Mittelpunkt unseres Handelns stehen“, hatte Imam Abdul Basit Tariq von der geehrten Ahmadiyya Musli Jamaat Groß-Gerau gesagt.   

„Die Come-Together-Preisverleihung ist nicht nur eine Veranstaltung, an der wir Urkunden übergeben. Es ist eine Reise zu Biografien und ehrenvollem Engagement von Menschen und Organisationen, die sich tagtäglich für die Würde des Menschen einsetzen“, sagten Sedef Yıldız und Nilüfer Kuş. „Es erfüllt uns mit Freude und gibt Motivation zu sehen, wie viele großartige Menschen sich für Demokratie und Menschenwürde einsetzen und welche tollen Projekte im Landkreis Groß-Gerau stattfinden, um gemeinsam unsere von Vielfalt geprägte Gesellschaft zu schützen und weiterzuentwickeln.“  

Die Video-Clips können Sie sich hier ansehen.

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