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Schweinepest Maßnahmen FotoZur Abgrenzung der Kernzone hat der Kreis Groß-Gerau mit dem Bau von Elektrozäunen begonnen. Am Montag informierten sich Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (links), Landrat Thomas Will (Mitte) und Erster Kreisbeigeordneter Adil Oyan in Nauheim über den Fortgang der Arbeiten, um die Afrikanische Schweinepest einzudämmen. Bild: Kreisverwaltung

„Weitere Ausbreitung verhindern“

Maßnahmen gegen Tierseuche laufen im Kreis Groß-Gerau auf Hochtouren

KREIS GROSS-GERAU – Die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) laufen im Kreis Groß-Gerau auf Hochtouren. Der Verwaltungsstab des Kreises tagte am Montagvormittag, zeitgleich begann eine Firma mit dem Aufstellen eines Elektrozauns, um Wildschweine daran zu hindern, weiter nach Süden zu wandern. Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, sowie Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Adil Oyan hatten sich am Montag bei einem Ortstermin in Nauheim über den Fortgang der Arbeiten informiert. Der Kreis wird in einer Pressekonferenz am morgigen Dienstag um 11 Uhr im Landratsamt Groß-Gerau detailliert über das weitere Vorgehen berichten. Das Virus ist für den Menschen sowie für Hunde, Katzen und weitere Wildtiere ungefährlich.

Um Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten, ist seit gestern Nachmittag ein Bürgertelefon eingerichtet worden, das unter der Rufnummer 06152 989898 Informationen weitergibt. Mit dem ASP-Fall hat das Virus erstmals auch das Land Hessen erreicht – im September 2020 war in Brandenburg der bundesweit erste Fall der Afrikanischen Schweinepest bestätigt worden. Veterinäramt und Gefahrenabwehr haben gestern am Veterinäramt beim Kreishaus die erste Kadaversammelstelle mit einer Desinfektionsschleuse eingerichtet. „Oberstes Ziel ist es, die Tierseuche auf ein möglichst kleines Gebiet einzudämmen und zu verhindern, dass diese sich ausbreiten kann“, sagte Landrat Will.

Zugleich hat der Kreis zwei Allgemeinverfügungen verfasst, die Jagd und Landwirtschaft im Kerngebiet sowie in einem Gebiet in einem Radius von 15 Kilometern um den Fundort des infizierten Wildschweins (infizierte Zone) stark einschränken. Das Kerngebiet um den Fundort begrenzt im Süden ein rund 15 Kilometer langer Elektrozaun, der sich von Nauheim über Trebur bis nach Kornsand an den Rhein ziehen wird. Der Rhein sowie die Autobahnen 67 und 60 sind „natürliche“ Grenzen des Areals. Zur Kernzone gelten ganz oder teilweise die Gemeinden Ginsheim-Gustavsburg, Rüsselsheim, Nauheim, Trebur, Groß-Gerau und Bischofsheim. In der Kernzone ist die Ausübung forstwirtschaftlicher Tätigkeiten vorübergehend, längstens jedoch bis zu sechs Monaten, verboten – so steht es nun in der Verfügung.

In der „infizierten Zone“ gilt laut Allgemeinverfügung ein grundsätzliches Jagdverbot. Ferner dürfen Wildschweine, die in der infizierten Zone erlegt wurden, nicht aus dem Gebiet verbracht werden. Für die gesamte Zone wurde eine Leinenpflicht für Hunde erlassen. Zudem ist jedes verendet aufgefundene Wildschwein der Behörde unter Angabe des genauen Fundorts zu melden. Wer ein verendetes Wildschwein entdeckt, kann den Fund auch dem Bürgertelefon des Kreises Groß-Gerau melden. Der Kreis hat die beiden Allgemeinverfügungen auf der Homepage www.kreisgg.de veröffentlicht.