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Catcalling ist kein Kompliment

Aktionstag gegen Belästigung in Kreiskommunen

KREIS GROSS-GERAU – Der Kreis Groß-Gerau und die Arbeitsgemeinschaft Catcalling laden zum 3. Aktionstag gegen Belästigung ein. Am 14. Juni werden an drei Standorten eingereichte Sprüche, mit denen Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit belästigt wurden, mit Kreide auf öffentlichen Plätzen sichtbar gemacht. In Rüsselsheim, Groß-Gerau und Riedstadt beteiligen sich bei der vom Büro für Frauen und Chancengleichheit des Kreises Groß-Gerau initiierten Aktion auch die Kreisschülervertretung, die Beratungsstelle Wildwasser und die Frauenbeauftragte der Stadt Riedstadt. Außerdem werden Vertreterinnen der Grünen Jugend und der Jusos dabei sein. 

Los geht es in Rüsselsheim auf dem Bahnhofsvorplatz um 15 Uhr, in Groß-Gerau auf dem Marktplatz um 15 Uhr und in Riedstadt auf dem Rathausplatz um 10 Uhr.

Alle Interessierten sind eingeladen sich zu beteiligen und eigene Erfahrungen anzukreiden und somit Stellung gegen Belästigung zu beziehen. Wer sich anonym beteiligen möchte, kann seine Erfahrungen per Mail an catcalls@kreisgg.de einreichen.

Zum Hintergrund des Aktionstags gegen Belästigung:

Pfeif- oder Kussgeräusche, aufdringliche Blicke, anzügliche Sprüche auf offener Straße oder übergriffige Nachrichten auf Social Media wie „Hey, geiler Arsch“ oder „Komm doch mal rüber, mit mir ist es nachts immer lustig“: Dies sind noch eher harmlose Beispiele für die recht niedliche Bezeichnung „Catcalling“. Der Begriff stammt aus der englischen Umgangssprache und bedeutet in etwa „Katzen-Rufen“. Es kann auch verstanden werden als das unerträgliche Geschrei verliebter Kater. Darunter werden alle sexuell konnotierten Verhaltensweisen bzw. verschiedene Arten der sexuellen Belästigung ohne Körperkontakt im öffentlichen Raum zusammengefasst.

Catcalling sorgt dafür, dass besonders Frauen und Mädchen beginnen, Bereiche im öffentlichen Raum zu meiden und sich nicht mehr unbefangen in der Öffentlichkeit bewegen. Als meist berührungslose, aber unzumutbar aufgedrängte Sexualität ist es derzeit noch kein eigener Straftatbestand bzw. keine Ordnungswidrigkeit. Catcalling ist weder ein Einzelschicksal bestimmter Frauen oder Mädchen, noch etwas, das nur in bestimmten Städten/Stadtteilen vorkommt. Jede Frau und jedes Mädchen kann betroffen sein und es kann überall geschehen, auch in der persönlichen Nachbarschaft. Catcalling ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das davon betroffene Personen einschränkt, sich frei und unbehelligt zu bewegen.

Dies soll nicht so bleiben und so hat bereits die „#Me-Too“- Bewegung das Problem sexueller Belästigungen im Alltag, überwiegend durch Männer, in den Blick der internationalen Öffentlichkeit gerückt.