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Sozialpsychiatrischer Dienst des Kreises Groß-Gerau:

Niederschwelliges Angebot

Anja Ritter, Verwaltungsleiterin des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucher-schutz begrüßte die Gäste der „Kick-off-Veranstaltung Sozialpsychiatrischer Dienst“. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi) des Kreises Groß-Gerau hat sich neu aufgestellt. Anlass dafür war das neue Hessische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG), das Anfang August 2017 in Kraft getreten ist. Um die neuen Strukturen, Aufgaben und das Team vorzustellen, gab es nun eine „Kick-off-Veranstaltung“ im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts. Dazu eingeladen hatten der Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Anja Ritter, Verwaltungsleiterin im Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz, begrüßte die rund 100 Gäste – Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Polizei- und Ordnungsbehörden, der Amtsgerichte, der psychosozial tätigen Leistungserbringer, der Kreisverwaltung und weiterer Institutionen. Das PsychKHG dient dem Zweck, die Teilhabe kranker Menschen am gesellschaftlichen Leben zu erhalten oder wiederherzustellen, sagte Anja Ritter: „Mit dem Gesetz wurde eine Rechtsgrundlage für vorsorgende und nachsorgende Hilfen geschaffen mit dem Ziel, eine Unterbringung in der Psychiatrie möglichst zu vermeiden. Dabei räumt das Gesetz ambulanten Hilfen Vorrang vor Zwang ein.“

Die Neurologin Dr. Monica Schol-Tadic, Leiterin des SpDi des Kreises Groß-Gerau, präsentierte im Anschluss die Kernaufgaben: Der Sozialpsychiatrische Dienst bietet eine niederschwellige Beratung und Betreuung, die nicht länger als drei Monate dauern soll. Es gibt keine psychiatrische Behandlung, medizinische Beratung ist aber möglich. Netzwerk-, Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit gehören ebenso zu den Aufgaben wie die Planung und Koordination von Einzelfallhilfen sowie Krisenintervention. Der SpDi unterstützt Erwachsene (Menschen ab 18) in seelischen Krisensituationen, mit psychischen Erkrankungen und/oder mit Abhängigkeitserkrankungen. Auch Angehörige der Betroffenen, Freunde, Bekannte, Nachbarn und Behörden können sich an den Dienst wenden, sagte Dr. Monica Schol-Tadic. Sie unterschied klar zwischen psychischer Krise und einem psychiatrischem Notfall, bei dem wegen akuter Eigen- oder Fremdgefährdung eine sofortige gezielte Behandlung erforderlich ist.

Susanne Nöcker, im Sozialministerium in der Abteilung Gesundheit als Referatsleiterin für die psychiatrische Versorgung und den Maßregelvollzug verantwortlich, sprach bei der Veranstaltung über die Umsetzung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes, die insgesamt gut  angelaufen sei. Die Sozialpsychiatrischen Dienste an den Gesundheitsämtern würden gestärkt, was ein Ziel des Landes sei. Es gehe darum, personenzentriert individuell passgenaue Hilfeangebote zu machen. Dabei gelte das Prinzip ambulant vor stationär. Auch die Stärkung der Selbsthilfe sei wichtig, betonte Nöcker.

Nach den Vorträgen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit zu einem regen Austausch über ihre Arbeit im Rahmen des  PsychKHG und die angestrebte Kooperation der verschiedenen Institutionen. Von Vorteil in diesem Zusammenhang ist es, dass im Kreis Groß-Gerau bereits ein großes soziales Netzwerk existiert – was auch die große Teilnehmerzahl beim „Kick-off“ erklärte.

Das Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Kreis Groß-Gerau besteht aus Dr. Monica Schol-Tadic, Ingo Kemper (zuständig für den Nordteil des Landkreises mit Kelsterbach, Raunheim, Rüsselsheim und Bischofsheim), Andrea Kullmann (ab April; zuständig für den Bereich Mitte mit Mörfelden-Walldorf, Büttelborn, Groß-Gerau, Nauheim und Ginsheim-Gustavsburg) sowie Alexandra Neumann (Südkreis: Gernsheim, Biebesheim, Stockstadt, Riedstadt plus Trebur). Erreichbar ist der SpDi unter Telefon 06152 989663, E-Mail spdi@kreisgg.de.

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