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Naturschutzbehörde: Tiere in der Brutzeit nicht stören:

Hinweis auf streng geschützte Arten

KREIS GROSS-GERAU  –  Die Entwicklung der kommenden Vogelgeneration ist derzeit im vollen Gange. Rauch- und Mehlschwalben füttern ihre Jungen, während Schwanen- und Gänseküken bereits das Nest verlassen haben und mit den Elterntieren auf Nahrungssuche gehen. Kohlmeisen und Rotkehlchen sind mancherorts schon mit der zweiten Brut des Jahres beschäftigt.

Um Vögeln, aber auch Fledermäusen oder Insekten, eine erfolgreiche Fortpflanzung zu ermöglichen, ist es besonders wichtig, die Tiere nicht zu stören oder ihre Nester nicht zu beschädigen. Die erfolgreiche Reproduktion von Arten sichert den Erhalt der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft. Diese Bedeutung spiegelt sich auch in den gesetzlichen Vorgaben wider: So sind alle europäischen Vogelarten gemäß Bundesnaturschutzgesetz besonders oder streng geschützt. Es ist verboten, ihre Nester beziehungsweise Gelege zu zerstören, die Tiere bei der Brut zu stören oder Jungtiere aus Nestern zu entnehmen oder zu töten. Für die streng geschützten Fledermäuse und einige besonders geschützte Insektenarten gelten die Vorschriften ebenfalls.

Wer vorsätzlich Fortpflanzungs- und Ruhestätten zerstört, Jungtiere aus Nestern entnimmt oder Tieren nachstellt, begeht gemäß Bundesnaturschutzgesetz eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Aus aktuellem Anlass weist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau auf diese Rechtslage hin.

Der Erhalt einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt sollte allen am Herzen liegen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Natur nur durch die große biologische Vielfalt „funktioniert“ und damit die Lebensgrundlagen der Menschen sichert. Die Vielfalt der Natur ist Basis der menschlichen Ernährung, sie liefert Grundstoffe für viele Arzneimittel und sorgt für die Bodenbildung und Trinkwasserfilterung.

Unabhängig von gesetzlichen Grundlagen appelliert die Untere Naturschutzbehörde daher auch an alle, für ein friedliches Miteinander von Mensch und Tier während der sensiblen Phase der Brutzeit zu sorgen, und steht für Fragen gern zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Artenschutz, insbesondere zum Umgang mit Wespen und Hornissen, finden sich auf der Homepage der Unteren Naturschutzbehörde unter https://www.kreisgg.de/umwelt/natur-und-umwelt/naturschutz/artenschutz/

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
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