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„Kompetenz und Verbindlichkeit“

Kreis trauert um frühere Kreistagsvorsitzende Liesel Thurn

KREIS GROSS-GERAU – Mit tiefer Trauer hat Landrat Thomas Will auf die Nachricht vom Tod von Liesel Thurn reagiert. Die Riedstädterin, die viele Jahre Vorsitzende des Kreistags des Kreises Groß-Gerau war, ist am 13. Januar 2020 in der GPR Seniorenresidenz Rüsselsheim gestorben. Sie wurde 79 Jahre alt. „Liesel Thurn war eine geachtete Sozialpolitikerin im Kreis, hoch intelligent, eine ganz besondere Persönlichkeit und zugleich sehr bodenständig“, sagte Landrat Will.  

Mit ihrer „Sachkompetenz, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit“ habe sich Liesel Thurn Respekt bei allen Fraktionen erworben. Sie habe mit ihrem großen Engagement Sozialpolitik auch sehr praktisch gelebt, betonte der Landrat. Erste Kontakte zu ihr hatte Thomas Will bereits Anfang der 1990erJahre knüpfen können, als er als Amtsleiter der Schulverwaltung nach Rüsselsheim kam und Liesel Thurn das Sozialdezernat der Stadt leitete. „Mir hat sehr imponiert, wie kenntnisreich und ernsthaft sie die Themen angegangen ist“, erinnert sich Will.  

Die verheiratete Lehrerin, die 1940 im Kreis Dieburg zu Welt kam und 1967 in die SPD eingetreten war, war politisch im Gemeindeparlament im damals noch selbstständigen Leeheim und im Kreistag des Kreises Groß-Gerau (von 1968 bis 2001) aktiv. Von 1993 bis 2001 stand sie ehrenamtlich dem Kreistag des Kreises vor. „Als langjährige Vorsitzende hat sie den Kreistag geprägt und sich viele Jahre für die Menschen in der Region eingesetzt“, so Will.  

In einem Porträt hatte sie dem Journalisten Walter Keber im Jahr 2007 erzählt, dass sie sich schon seit Schulzeiten gesellschaftspolitisch einmischen wollte. „Ich wollte nie Hausfrau werden. Ich wollte immer berufstätig sein.“ Das gelang ihr auch: Von 1984 bis 1996 war sie hauptamtliche Stadträtin in Rüsselsheim. Sie war damit das erste weibliche hauptamtliche Magistratsmitglied in Rüsselsheim. In diesen Jahren verantwortete sie das Sozial-, Jugend- und Seniorendezernat. Zudem engagierte sie sich im Vorstand der Werkstätten für Behinderte (WfB). Sie war bei der Lebenshilfe sowie beispielsweise beim Landeswohlfahrtsverband aktiv.  

„Wir werden Liesel Thurn ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Landrat Will. „Ich wünsche den Kindern nach dem Tod der Mutter Kraft und Stärke für die Zeit des Abschiednehmens“, sagte er. 

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