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Machbarkeitsstudien fast fertig

Treffen zu Radschnellverbindungen im Kreis Groß-Gerau im Landratsamt

Bei einer Tagung im Kreishaus wurden die Varianten der neuen Radschnellwege im Kreis mit Bürgermeistern und zuständigen Dezernent*innen der an der Strecke liegenden Kommunen diskutiert. Das Bild zeigt die Teilnehmenden mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Walter Astheimer (Mitte). Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Bereits im vergangenen Jahr hat der Kreis Groß-Gerau die Erstellung von drei Machbarkeitsstudien für Radschnellverbindungen in Auftrag gegeben. Grundlage stellte eine Potenzialanalyse des Landes Hessen aus dem Jahr 2018 dar. Diese hat die drei weiter zu untersuchenden Korridore Mainz-Frankfurt, Darmstadt-Rüsselsheim und Groß-Gerau-Frankfurt ermittelt, die einen großen Streckenanteil im Kreis Groß-Gerau haben.

Nach einer Befahrung des Netzes innerhalb der zwei Kilometer breiten Korridore, zwei Online-Bürgerbeteiligungen sowie zahlreichen Abstimmungsterminen mit den betroffenen Kommunen und Fachbehörden wurden die Vorzugstrassen in dieser Woche den Bürgermeistern und zuständigen Dezernent*innen der an der Strecke liegenden Kommunen vorgestellt. Ziel der Veranstaltung war es die Partner zu informieren, das Meinungsbild zu den Vorzugstrassen abzufragen und eine grundsätzliche Zustimmung einzuholen. Zu den Vorzugsvarianten je Korridor konnten die Planungsbüros auch schon erste Ergebnisse zu den hinterlegten Maßnahmen sowie zur Nutzen-Kosten-Analyse präsentieren.

Landrat Thomas Will eröffnete die Veranstaltung im Georg-Büchner-Saal und erklärte, dass Radfahren im Alltag so komfortabel und sicher wie möglich zu gestalten sei, um auch wirklich einen Umstieg auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel Fahrrad zu erreichen. Bei der Verkehrswende könnten Radschnellverbindungen entlang der wichtigen Pendlerachsen eine große Rolle spielen, da diese auch gut nutzbar für alle Arten von Fahrrädern wie Lastenräder oder E-Bikes seien, so Will.

„Mit der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes hat sich der Kreis schon vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, den Radverkehr mehr zu fördern. Die Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes aus 2012 soll in Kürze veröffentlicht werden“, sagte der Landrat.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen auf, dass auf den jeweiligen Trassen grundsätzlich Radschnell- oder Raddirektverbindungen realisiert werden können. Zudem wurde ermittelt, in welchem Verhältnis der Nutzen des Projekts zu den damit verbundenen Kosten steht. Der Nutzen wurde mittels einer Nutzen-Kosten-Analyse monetär bewertet und anschließend mit der Kostenseite verglichen. Bei allen drei Korridoren übersteigt der prognostizierte Nutzen die Kosten (Nutzen-Kosten-Verhältnis größer als 1), was eine wichtige Voraussetzung für eine weitere Förderung des Landes Hessen bei Planung und Bau darstellt.

In der sich nach dem Vortrag der Planungsbüros anschließenden Diskussion waren sich alle einig, dass Radschnellwege ein wichtiger Baustein der Mobilitäts- und Verkehrswende darstellen. Die vorgelegten Vorzugstrassen seien auch eine wichtige Grundlage zur Verbesserung des regionalen und örtlichen Radverkehrs. Insgesamt ergeben sich durch das Projekt Chancen für Städte und Gemeinden zur innerörtlichen wie regionalen Vernetzung des Radverkehrs und damit bei der Bewältigung der in den kommenden Jahren anstehenden Klimaschutzbemühungen.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien sollen zusammen mit einem Finanzierungsmodell sowie einem Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise Ende des Jahres dem Kreistag vorgelegt werden. Ein detailliertes Finanzierungsmodell wird derzeit erarbeitet. „Radschnellwege können dem Radverkehr im Kreis enormen Rückenwind geben und sie bieten eine tolle Möglichkeit, die Oberzentren im Rhein-Main-Gebiet Mainz/Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt komfortabel, zügig, direkt zu erreichen. Wir brauchen solche Routen, um das Rad noch stärker als Transportmittel im Alltagsverkehr zu etablieren“, so Franziska Knaack, Radverkehrsbeauftragte des Kreises.

Für die weitere Planung und Konkretisierung soll der Kreis auch weiterhin als koordinierende Stelle die Kreiskommunen unterstützen und die Abstimmung mit den Nachbarn übernehmen. Im weiteren Projektverlauf sind noch vereinzelt Abstimmungen mit den Kommunen sowie den Landesbehörden notwendig, aber grundsätzlich haben alle dem bisherigen Arbeitsstand sowie der vorgeschlagenen weiteren Vorgehensweise zugestimmt. So ist zu klären, wie mit Führungen entlang von Bundes- und Landesstraßen umgegangen werden soll. Und auch die Zuständigkeiten für Betrieb und Unterhaltung der Strecken sowie die Führung durch Bannwald sind noch auf Landesebene zu klären.

Weitere Information zum Projekt gibt es auf der Projekthomepage unter www.schneller-radfahren-kreisgg.de.

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