Fachtag Kinder- und Jugendrechte

30 Jahre Kinder- und Jugendrechte – Konzepte der Demokratiebildung in pädagogischen Einrichtungen

„Ein Kind, eine Lehrkraft, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern.“
Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin 

Pädagogische Einrichtungen haben den Auftrag, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu eigenständig urteilsfähigen und engagierten demokratischen Bürgerinnen und Bürgern unterstützen.
Kinder und Jugendliche benötigen für diese Entwicklung grundlegende Kenntnisse über ihre Rechte und darüber, wie sie demokratische Prozesse mitgestalten können. Dies kann nicht nur theoretisch erlernt werden. Junge Menschen müssen Demokratie in Bildungs- und Freizeiteinrichtungen selbst als Lebensform erfahren.
Um Lehr- und Fachkräften Impulse zu vermitteln, wie Kinder und Jugendliche in Schule und Jugendeinrichtungen aktiv beteiligt werden, über ihre Rechte informiert und (modellhaft) demokratische Entscheidungsprozesse mitgestalten können, findet im Landratsamt eine Fachveranstaltung zum Thema Kinder- und Jugendrechte statt. Sie wendet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendbildung und der Schulsozialarbeit sowie an Fachkräfte im Ganztag, Lehrkräfte und Politiker*innen.

An einen Fachvortrag von Prof. Dr. Katharina Gerarts, Hessische Landesbeauftragte für Kinder- und Jugendrechte zum Thema „30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention – wo stehen wir in Hessen und wo wollen wir noch hin?“ schließen sich Workshops an, in denen praxiserprobte Konzepte zur Demokratiearbeit an Schulen sowie in Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt werden: 


WS 1)
Kinderrechte im schulischen Alltag ganzheitlich umsetzen
Referentin: Sonja Student, Makista e. V. 

Die UN-Kinderrechtskonvention bietet eine hervorragende Grundlage für eine kindergerechte, demokratische und diskriminierungsfreie Schule. An einer Schule, die sich auf den Weg zur Kinderrechteschule macht, lernen alle die Kinderrechte nicht nur kennen, sondern „leben“ sie im Schulalltag. Ansätze der Kinderrechtsbildung und -schulentwicklung sowie Beispiele der Umsetzung aus aktiven Kinderrechteschulen Hessens werden vorgestellt.

 

WS 2)
DER KLASSENRAT – Demokratische Prozesse in Schule erfahrbar machen
Referentin: Regina Heil, Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD), Hessisches Kultusministerium

Im Klassenrat treffen sich Schüler*innen einer Klasse in wöchentlichen Sitzungen und beraten über selbstgewählte Themen. Er ist der Ort in Schule, an dem demokratische Strukturen und Haltungen angebahnt und eingeübt werden. In dem Workshop erhalten sie einen Einblick in die Grundzüge des Klassenrats und lernen Möglichkeiten, Chancen und Grenzen der Methode kennen. Wir gehen dann in einen Austausch über die Umsetzung in der Praxis anhand Bedarfe der Teilnehmenden.

 

WS 3)
Der Anti-Bias-Ansatz zur Förderung einer vorurteilsreflektierten und diskriminierungs­kritischen pädagogischen Haltung – eine Einführung.
Referentin: Dana Meyer, Referentin für politische Bildung, basa e. V.

Unsere Gesellschaft ist durch vielfältige Macht- und Herrschaftsverhältnisse strukturiert. Sie artikulie­ren sich im täglichen Zusammenleben durch Ein- und Ausschlüsse aufgrund von sichtbaren und unsicht­baren Identitätsmerkmalen, wie Geschlecht, Religion, sozialer oder kultureller Herkunft und vielen anderen Aspekten. Um diesen verschiedenen Formen gesellschaftlicher Diskriminierung reflektiert begegnen zu können, braucht es eine vorurteils- und diversitätsreflektierte Pädagogik und Bildung. Der sogenannte Anti-Bias Ansatz bietet in diesem Kontext einen praxisnahen und lebens­weltl­ichen Zugang für alle pädagogischen Fachkräfte. Diesen Ansatz in seinen Grundzügen kennen zu lernen, soll Ziel dieses Workshops sein. Dabei werden wir auch die methodischen Zugänge des Anti-Bias selbst erproben und reflektieren.

 

WS 4)
Praxisideen zur Umsetzung der Kinderrechte mit 8–12-Jährigen
Referentin: Ronja Hörl, Kinder- und Jugendförderung der Stadt Rüsselsheim am Main, Kinder- und Jugendbüro

Welche Übungen, Spiele und Aktionen kann ich für Kinder im Grundschulalter und in der Unterstufe anbieten, um die Kinderrechte spielerisch vorzustellen?
Wie können Kinderrechte für die Gruppe oder die Schulklasse (be-)greifbar und verständlich gemacht werden?
Welche Anlässe kann ich bieten, um im Gespräch und im Alltag Kinderrechte aufzugreifen und diese umzusetzen?

 

WS 5)
Vorstellung des Ferienprojekts „Kunstwerkstatt Menschenrechte“ für Jugendliche ab 12 Jahren
Referentinnen: Johanna Schaefer, Barbara Rupert, Kommunales Jugendbildungs­werk Frankfurt / Kinder- und Jugendhaus Dornbusch

Vorgestellt wird das Projekt „KunstWerkStatt Menschenrechte“ des Kommunalen Jugendbildungswerks Frankfurt / Kinder- und Jugendhaus Dornbusch. Es fand im Sommer 2018 in Form eines 5-tägigen Workshops statt und richtete sich an Jugend­liche ab 12 Jahren. Ziel der „KunstWerkStatt Menschenrechte“ war, die jungen Menschen mithilfe kunstpädagogischer Methoden an eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Menschenrechte“ heranzuführen.  

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Schulsozialarbeit und Kreisjugendförderung/Jugendbildungs­werk des Kreises mit der Jugendförderung der Stadt Rüsselsheim am Main sowie dem Netzwerk gegen Gewalt, Regionale Geschäftsstelle Südhessen. Sie findet im Rahmen des Netzwerks gegen Rechtsextremismus und Rassismus statt.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, Anmeldung bis spätestens 21. Juni 2019.

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